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Der israelitische Volkslehrer · 1859-08-01 · Heft 8 (August 1859) · page 11

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 8 (August 1859)
Date
1859-08-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Zeichen der Gegenwart. 247 senden in Aegypten geschal), das hat sich vor Jahrzehnten vor unseren Augen wiederholt, und geschieht noch tagtäglich. Es fiel die Hobe, übermüthige Gentry Altenglands; wodurch? Etwa durch's Schwert? Durch Pestilenz? o nein! Wie den König Pharao Ungeziefer, Frösche und desgleichen, so demüthigt ihren Stolz ein kleines, nnscheinbares Gewächs, das geringste unter den geringen Erzeugnissen des Bodens, ein winziger Schwamm an dem Knollengewächse, das ihren Unterdrückten zur Nabrung dient. Die alten Chartumim bekannten ihre Ohnmacht, und zogen sich vom Schauplatze ihrer Thätigkeit zurück; unsere neueren sind so bornirt, daß sie nicht einmal merken, was ihnen fehlt, und wie sie sich blos stellen. Wer aber mit Aufmerksamkeit die alte Geschichte studirt, um aus dieser die Wege Gottes in der neueren kennen und würdigen zu lernen, der wird nicht nur in einzelnen hervorstechenden Zeitläufen und Ereignissen dieses: „Großes durch Kleines" als Maxime des Geistes der Geschichte, oder als Finger Gottes, wie die alten Chartumim es bezeichneten, erblicken: sondern er wird ihm, diesem wunderbaren Gesetze, überall begegnen. Es ist nicht meine Absicht, eben so wenig wie es meine Aufgabe ist, dem geneigten Leser diese Maaßregeln der Vorsehung in mehreren Thatsachen der Mensckengeschickte nachzuweisen; jeder aufmerksame Forscher muß sie hundertfältig erkannt haben: allein ein großes Beispiel anzuführen, mag ich mir nicht versagen, und dies ist die Geschickte des Senfkorns. Als einmal vor vielen, vielen Jahren heilige Männer ausgesandt wurden, dies exotische Saatkörnchen den rohen, götzendienerischen Nationen zuzutragen, damit es auch unter diesen gedeihe, keime, wachse und endlich zum Lebensbaume des Gottesreiches sich entfalte: da kam über Nacht der Böse, und säete nicht nur von seinem Unkraute auf den Acker, fondern suchte das Senfkorn zu fassen und mit seinen Krallen zu zerstören. Er zerkratzte, zerriß — es, und da er nun meinte, wunder wie Großes er vollbracht habe, mußte er zu seiner^ Beschämung gewahr werden, daß er den lebendigen Keim des Wunderbaumes nicht getroffen, daß er

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