Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 8 (August 1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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246 Zeichen der Gegenwart. IV. Die Aeichen der Fwstermß. 8 1 Die C Hartum im im alten Aegypten, waren zwar bescheidener, aber um kein Haar glücklicher, als die heutigen Schriftgelehrten, die Nachfolger Loyolas, in der Behandlung der hebräischen Sprache und der Hebräer selbst, sowohl aus Verona, wie aus Bologna. Sie thäten weise, wenn sie, gleich jenen in Aegypten, Sprache und Kinder Israels in Ruhe ließen, damit weder ihre wissenschaftliche, noch ihre moralische Blöße vor aller Welt Augen aufgedeckt werde. Zugleich sind unsere Chartumim durchaus keine Hexenmeister, wie jene, wenngleich sie ihnen in anderen Qualitäten ähnlich, vielleicht selbst gleich sein mögen; denn jene des Pharao brachten es doch bis zur dritten der zehn Plagen; diese kommen nicht über die erste hinaus, nicht über das Blut, nach dem sie freilich sehr lechzen. Aber nicht nur geschickter und bescheidener, sondern auch — und das ist ein größeres Wunder — auch klüger waren die alten Chartumim, als die modernen. Die Patres aus dem Collegium Heliopolitanum merkten nicht nur, als sie bis drei gezählt hatten, den Finger Gottes; sie hüteten sich auch wohlweislich davor, sich ferner vor Pharao und seinem Volke zu blamiren: unsere Chartumim fahren rüstig und verwegen darauf los, sich lächerlich und verbaßt zu macken, ihre Ignoranz und Bosheit selbst kund zu geben. Wahrlich? unsere neuesten könnten von den Aegyptischen — wenn sie überall dazu fähig wären, und keiner der beiden Engel sie mit Blindheit, wie die Bewohner von Sodom, geschlagen hätte — etwas lernen! Sie könnten lernen, wie und woran man Gottes Finger erkennt, und sich ibm „löblich unterwirft". Es geschehen noch Wunder, wie ehemals, und das alte Wort: Gottes Wege sind nicht unsere Wege, bestätigt fich wieder. Der Mensch fördert und schafft zu seinen großen Werken — wie klein, wie dürftig sind sie, wo sie auf Gutes abzweckeu; wie groß, wie gewaltig, wo sie Arges arstreben!- Verhältnismäßig große Mittel: die Vorsehung weiß mit kleinem große Wirkungen hervorzurufen. Was vor Jahrtau-