Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 8 (August 1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen der Gegenwart. Doch wollen wir nicht unterlassen, auch die tadelnswerthe Consequenzerei anzuführen und zu kennzeichnen. Sie besteht in der Keckheit, aus einigen gegeben Daten, den ganzen Charakter eines Individuums zu deduciren, und so den ganzen Menschen zu construiren. In dieser — doch mehr spaßhaften Weise — hat einst G. Fichte de:r^eh^^n^i^o^i ^;lstruirt und ibn dem Spasse der Welt preis gegeben. Dadurch ward denn, ächt dämonisch, dem logisch deducirten Charakter kein ehrlich Haar gelassen. Ihm geschah Unrecht; denn das realgeistige Wesen hat, al^MMich-wesentliches, an sich schon Etwas, das sich dem Calcül' entzieht, jenes Ueberraschende, Wunderbare im Wirklichen, nach aristotelischer Ausdrucksweise. Alle reale Natur spottet der mathematischen Berechnung, wie es selbst die Astronomie, zur Bestimmung so vieler und so großer Calculatoren, die es unternahmen, nach logisch-mathematischer Progression weiter zu schließen, bewiesen hat. Wir haben das treffendste Beispiel dieser Verirrung in der Berechnung der Planetenbahnen jenseits des alten Planetensystems in Kantus „Naturgeschichte des Himmels", indem nicht, wie es sein Calcül ihm bewies, die Bahnen stets elliptischer, flacher wurden, bis sie zuletzt in Parabeln, oder Cometenbahnen, übergingen; sondern gerade umgekehrt mit der Uranusbahn sich wieder bedeutend der Kreislinie zu nähern anfingen. Hier muß, wie früher die Mathematik gegen den Augenschein, der Augenschein, d. i. die Beobachtung des Wirklichen, gegen die Mathematik berichtigend austreten, und somit den Dienst jener durch den Gegendienst weit machen. Ferne. Später sah ich in einem der Oelgemälde der Bibliothek, sonst ohne bedeutenden Kunstwerth, meine Idee bildlich dargestellt und verleiblicht. Es stellt eine interessante Scene ans dem Leben des heiligen Cyrill eines PanonierS dar. Der heilige Mann,'eine knochige und torose Scyten- Malt, knieet auf der Brust eines Menschen, den er so eben niedergeworfen, der ein aufgeschlagenes Buch in der Hand hält, und bearbeitet ihn in heiliger Wmh mit einem oben krummgebogenen Knüttel, als Symbol deS .Stabes Sauft." Die Unterschrift ist: Setus V^rittuspkilosopkum eovterit et eoneuleat- — (Sanct Cyrill zertritt und zerstampft einen (Philosophen.)