Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 8 (August 1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen der Gegenwart. gen klar machen, die in einem ausgesprochenen Grundgedanken embryonisch verborgen liegen. Im ersten sind wir frei, im zweiten gebunden; das Ursachliche des Gedankens haben wir in der Gewalt: das Wirkliche, seine Folge ist außer unserer Macht. Deßhalb besagt ein Drittes, antikes Wort: xriveixiis obsta! welches nicht nur, wie man es gemeinhin versteht: Widersetze dich den Anfängen bedeutet; sondern: Widersetze dich den Prilttipien, das ist, den allgemeinen Grundsätzen, jenen Sätzen, die den Grund zu den nachfolgenden Thatsachen legen. So fruchtbar und so mannigfaltig indeß die Sprache der antiken und modernen Welt in dieser Art warnender Volksweisheit sein mag: gefruchtet hat das Warnen nur wenig! Ter Mensch ist zu faul zum Denken und Hören; läßt es darauf ^kommen, und muß sodann richtig fühlen, weil er zu hören versäumte. Alles Leid, alles Gewaltthätige, Perverse in der Geschichte, ist Folge verkehrter Grundgedanken und falscher Begriffe. Aus der Versäumniß, oder der Unfähigkeit, in dem Jedankenplane den Ausbau der Thatsachen zu erkennen; aus den geistigen Elementen der Ideen die Bahn des Geschichtslaufes zu berechnen, sind alle Greuel erwachsen, welche uns das Audium der Geschichte zu einem schaudererregenden, zu einem , baarsträubenden Werke machen, und unseren Glauben an der Menschheit erschüttern, unser Vertrauen zur Vorsehung sebst wankend machen könnten. So wird denn, was man nicht selten mit tadelndem Seitenblicke, Consequeuzerei nennt, zum Anfangs- und Ausgangspunkt der menschlichen Providenz, einer Providenz, die der Mensch im Vor- und Ebenbilde des Geistes, den er kennt, "hne ihn zu erkennen, zu üben, nicht nur berechtigt ist, sondern verpflichtet ist. Hier wird die Klugheit zur Tugend, zum Vorrange unserer Gattung durch die Ebenbildlichkeit mit dem Vater aller Wesen, vor allen übrigen Geschöpfen der Erde. Diese menschliche Providenz ist der göttlichen barin gleich, daß sie aus dem Keime im Geiste, den vollendeten Baum eonstruirt; und nur darin jener ungleich, daß ihr Calcül doch immer ein beschränkter bleibt; denn: