Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 8 (August 1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen der Gegenwart. durch die sich die Geschichte der menschlichen Zustände in Staat und Kirche bilden. Die Logik der Geschichte läßt sich überall auf ihre begrifflichen Prämissen hinauf und zurück führen. Dieses aber ist die tiefgreifende leitende Idee der Geschichte, wi^ sie in neuerer Zeit, und namentlich in den Werken unseres großen Historikers, Prof. Schlosser in Heidelberg, in seiner: Geschichte des 19 Jahrhunderts, als Maxime hervortritt. Es ist das unschätzbare Verdienst dieses wahrhaften Historikers, daß er die Thatsachen der Geschichte, ihrem Charakter, in ihren, aus einander sich entwickelnden, Epochen auf die Literargeschichte, auf herrschende Jdeen^ zurückführt, welcke der jedesmaligen Umwandlung menschlicher Zustände im Staate voran gingen. Was man freilich bereits seit lange vor der französischen Revolution wußte und vielfältig aussprach, daß sie die Folge jener neuen Welt- und Religionsanschauungen war, welche durch die, unter dem Königthume lebenden und lehrenden Gelehrten, zumeist Akademiker und insbesondere die En- ^cyklopädisten, auch einige isolirte, über ihre Zeit hinausragende, Geister durch die Presse aufgestellt und verbreitet wurden, das hat dieser geistvolle Forscher im besonderen ausgeführt und das erzeugende Verhältniß des Begriffes zur Thatsache in allen Geschichtsentwickelungen nachzuweisen unternommen. Hier erblickt man das Walten des lebendigen und belebenden Geistes der Menschheit in ihrer weiteren, höheren Sphäre. Der Geist Gottes in der Geschichte tritt an die Spitze der großen und allgemeinen Vertretung der Folgen, als erstes, als bewegendes Glied und Motiv; ras Leben des großen Ganzen erscheint in diesem Bilde gleich dem individuellen, und, wie die Seele ihren Leib in kürzeren, so bildet der Begriff, als Geist der Geschichte, ihre Verleiblichunz in größeren Zeitabschnitten. Deßhalb ist es gut, ja nothwendig, daß sich der Mens» in Gedanken alle Consequenzen vorstelle, die aus einem Begriffe oder Lehrsatze; ihrem geistigen Erzeuger, naturgemäß abzuleiten sind. In diesem Sinne ist ein zweites Sprichwort zu fassen und anzuwenden, das so lautet: Wer „A" gesagt, der muß auch „B" sagen; das ist, man muß sich die Fol-