Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 8 (August 1859)
- Date
- 1859-08-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen der Gegenwart. 239 ununterbrochene Reihenfolge von Charlatanen giebt, die sich historisch rückwärts verfolgen und nachweisen läßt, und weit über die eigentliche historische Zeit, in die der Sage, hinaufreicht, aus welcher die ältesten Pyramiden stammen. Wir werden nun, weil das Wort Chartatane, das dem Worte Chartumim ziemlich gleich klingt, in einer Art von Euphemismus, uns stets des letzteren für das erstere bedienen, weil dieses, mehr als recht ist, wegen der schlechten Art in Verruf gekommen ist. II. Ein bekanntes deutsches Sprichwort sagt: Wer nicht hören will, muß fühlen! Dies hat nun einen oberflächlicheren und zugleich einen tieferen Sinn. Im alltäglichen Gebrauche gibt und nimmt man es als eine Lehre für den, der den Geboten der Vernunft, der Klugheit, oder den Gesetzen der bürgerlichen Gesellschaft, nicht hören, das ist: gehorchen will, daß für einen solchen die Strafe bereit ist; oder: Sünden, Laster, Widerspenstigkeit bestrafen sich sowohl durch ihre natürlichen, als gesetzlichen Folgen. Dies ist der triviale Sinn des Sprichworts. Aber es enthält auch eine ungleich tiefer greifende Lehre und Warnung; diese ist: Wer nicht hören, d. i. auf die, m allgemeinen Lehren und Worten enthaltenen, besonderen Folgerungen, Konsequenzen; achten, und diese sich zur Tarnung nehmen will, der muß fühlen, der muß es sich gefallen , lassen, daß sich diese Folgerungen aus dem Geiste des Wortes, in der sinnlichen Qualität der Tatsachen, ihm fühlbar machen. Die warnende Lehre ist, anders ausgedrückt, diese: Jeden begriff, jeder allgemeine Lehrsatz, jedes fixirte Dogma, ist Vater einer noch unbekannten Nachkommenschaft von Begriffen und Lehren, Gesetzen und Dogmen, die endlich zu Thatsachen, zur Wirklichkeit sich verdichten und verleiblichen. Inder Gegenwart des ausgesprochenen Begriffes liegt seine Vergangenheit, die ihn erzeugenden, elterlichen Prämissen; und seine Zukunft, eine unbegrenzte Reihenfolge von Thatsachen,