Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1859)
- Date
- 1859-06-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Pnnkschan sprungS sei, keinHinderniß für die Reform; wir machen auf dasselbe Anspruch, wie die Talmudisten, daS religiöse Leben zu ordnen nach de? Anforderungen unserer Zeit; wir finden dazu den Grund gelegt in der ganzen Entwicklungsgeschichte des Judenthums, in der Tora selbst; Fo lassen Sie uns ein; Unser Glaube an eine höhere Offenbarung wird unfern Eifer für die Reform keinen Abbruch thun, sondern im Gegemhe:!. der Willkühr steuernd, ihren Ernst befördern und ibre Tiefe vermehren!' — Wie dann? werden Sie nns zurückweisen? — nnd wenn nicht, reo;z jene Abhandlung in einer solchen Schrift, als wollten Sie über Ihren nenn Tempel die Inschrift setzen: „nur wer die Göttlichkeit der Offenbarung leugnet, soll hier eintreten?" Nehmen Sie wirklich in Chicago nur Mitglieder solcher Gesinnung an? und halten Sie Ihr Volk für so theosephi'ch durchgebildet, daß es über dergleichen Fragen mit sich einig sei, um sagen: ja, gerade so, wie Herr Felsenthal, glauben wir auch!" Oder, wenn nicht, meinen Sie, mit Ihrer, wenn auch recht gut verfaßten Vre« chüre von 39 Seiten werden sie den religiösen Scrupel zu Boden schagei:. wie mit '55 ^vN L^^Ntt? Sie nehmen Rücksicht auf die armen Weiber, denen Sie ihr „milchiges und fleischiges" Geschirr (S. 31) nicht antaste wollen, — und rufen dabei noch: „Gott bewahre!" — und nehme? doch keine Rücksicht auf den armen Mann, der noch an „lora min dasekarsajirn" glaubt? — „Gott bewahre", dreimal „Gottbewahre!" — Es kommt mir vor. als hätten Sie noch weit weniger Recht, den Maua nach seinem Glauben, als das Weib nach seinem Küchengeschirr p fragent — Wenigstens war es bisher so im Judenthume, daß man naü den Werken, nicht nach dem Glauben fragte. Auch unsere Reform hat ihr Gebiet dort, nicht hier. Eine Reform des Glaubens wäre ein Muttermord an der Synagoge. — Nehmt Euck in Acht! wir warnen Euch! — Unsere frömmsten Gotteslehrer haben über die Lsjell' barung gedacht und verschieden gedacht. — Die Forschung im Judenthume ist frei. — Denket, forschet darüber nach Belieben, aber stellet Euere subjectiven Ansichten nicht an die Spitze von Reformprogrammen.-- Mit großer Befriedigung haben wir daher über denselben GegensküL die weiter unten folgende Zuschrift erhalten, mit deren Ansichten wir voll' kommen übereinstimmen. — Da man sich in Chicago, und mit Recht, an die tüchtige, wissenschaftlich gegürtete und doch ruhig einherschreiteude Reformgesinnung von vr. Adler in Nero-Jork gewendet hat, so wäre es um so erwünschter, daß derselbe sich über jene Ansichten, woraus in Chi' c ago die Reform gebaut werden soll, öffentlich ausspräche. — L. S. ** Pfalj, Juni. Die Broschüre: „Kol Xore Bawiädar", über jüdische Reform, von B. Felsenthal, Sekretär des jüdischen Reform- Verein« in vkiesZo, wird auch der Redaction des Voltslehrers zugekommen sein. Wir kennen den Verfasser, er ist ein geborener PMr und war lange Lehrer in unserm Lande. Es ist ein äußerst tüchtiger, tiefveuknder und ohne, besonders im züo. theologischen Fach, je eigest-