Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1859)
- Date
- 1859-06-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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oder: ein Pröbchen Ungarisch-Mahrischer Eivilisation. 189 wir kommen nun zu des Verfassers eigentlichem Toben und Poltern. Er ruft: „O^Li.-, 5>n „Diese, die sich nennen, diese neueren Größen des Judenthums sind es, denen wir alles Unheil der Reformen und Gesetzclbweichungen m der neuesten Zeit als Schuld anrechnen können; sie sind es, die das religiöse Joch zertrümmert und die Banden des ^udenthums gelockert haben (riiiOiv .-»2.1 ix); ja, sie sind es, die das Volk Gottes irreligiös gemacht, da sie das Gesetz Gottes für nicht bindend erklärt haben, ja nicht einmal eine göttliche Offenbarung annehmen und glauben wollen" (S. 183). Wir rathen dem guten Manne einfach: „O^n^ 1^" Er möge wirklich hingehen in die Gemeinden jener von ihm so arg beschuldigten wahrhaften Größen, oder er möge ihre Schriften studiren und ihr Wirken kennen lernen, und wenn er nur noch einen Funken von moralischem Sinn verspürt, wird er sich schämen müssen über seine so unverschämten, so allgemein ausgestoßenen Beschuldigungen. Der Bramarbas fährt fort: „Und wie viele Arten gibt es unter den Celebritäten des Judenthums? Die einen unter ihnen n-nnen sich Seeleuhirten; die anderen lassen sich als Doctoren betiteln; und noch andere heißen sich Prediger. Doch wir wollen alle diese Klassen durchgehen, um zu sehen, in wie weit so manche unter ihnen diese hervorragenden Namen ehrlich verdienen." Wir wollen ihm diese seine absurde Eintheilung zu gut halten, auch seine oratorische Abwechslung: „nennen sich", „heißen sich", „lassen sich betiteln" als ächte Aesthethik seiner jüdischen Predigten annehmen. Nur das Eine wollen wir bemerken, daß mit dem Durchgehen all dieser Klassen und mit dem Schimpfen auf diese Benennung er noch nichts gegen deren heilsames Wirken nachweisen und hieraus nichts gesehen und bewiesen werden kann. — Er „betrachtet" vorerst die Seelenhirten und schildert die Aufgabe eines Hirten und hieraus die des Seelenhirten, die darin besteht, das Volk in geistiger Beziehung zu pflegen, und fährt also fort: „Doch was geschieht?' Die Hirten weiden sich selbst, ,^ „Wehe den Hirten Israels, die nicht die Seelen, sondern sich selbst weiden." Ja, es ist eine verkehrte Welt! Die Schafe müssen die Hirten, nämlich das Volk muß die Seelenhirten zurechtweisen." Doch es kömmt noch besser! Er fährt in seiner Capuzinade weiter fort: „Und ist auch dies nicht der Fall überall, so herrscht doch unter diesen Seelenhirten eine furchtbare Trägheit und Thatlosigkeit. Was kümmert sie auch das Volk? 6ie weiden sich selbst, weiden behaglich ihren Körper und 15*