Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1859)
- Date
- 1859-06-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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IM 7 Line traurige Predigt, nennen sich Seelenhirten! Wie ganz anders waren doch die Wen beschaffen! O, die guten Alten!" — O du böser, Neu alter! — Ja, es ist wahr! Die Alten waren besser, als ihr Neu alten, und ehrlicher und frömmer dazu! Sie haben nicht so viele lügenhafte BeschuMgungen ausgesprochen, wie der Verfasser und seine Gesinnungsgenossen. Sie waren, was sie schienen; sie schienen, was sie waren. Ganz ächt von Farbe, consequent und nicht gefärbte Pharisäer (^122). Wie kann aber der Verfasser, ver doch die guten alten Zeiten des Mittelalters mit ihrem ^esekidotk und „taufenden von Talmudschülern" zurückwünscht, es rechtfertigen, daß er deutsche Predigten hält!! Warum nicht lieber nach dem alten Stile der Zeit m^ni? Ja, wie kann er sich nur entschuldigen, daß er „sich nennt", „sich heißt", „sich betiteln läßt": — „Rabbiner Hermann Roth"? — Wie heißt? — Wie darf man einen solchen deutschen Namen führen? — Wo bleibt der Horror vor ^kukkotk da^"?— Warum nicht Herz oder Hersch oder Naftoli? — — Und gewiß hatten seine Ahnen, die guten Alten in der guten alten Zeit, einen anderen Familiennamen; gewiß nicht Rsth, der noch dazu den des L'.-itt iwp in Gedächtniß ruft — Nomina sunt ovalna! — Er schildert null die guten alten Rabbiner als solche, die ihren Körper so wenig als möglich vfleaten, ihr ganzes Leben der Öffentlichkeit (?) gewidmet und Schüler zu taufenden gelehrt haben. Wie bereichert an Geisteskräften gingen die Jünger aus ihren Schulen hinaus, welche originelle Charactere, welche große Männer hatte Israel diesen Schulen zu verdanken, diesen .-Jefchiboth," wo die Schüler nach dem Muster ihrer Lehrer ein streng religiöses Leben geführt, nur die Geisteskräfte geübt und gestärkt, hingegen die körperlichen Lüsten und Begierden gänzlich unterdrückt haben. Hierauf klagt er in elegischem Tone, daß diese Schulen, diese Jeschiboth, diese Lehrer und Schüler nicht mehr vorbanden sind und die neuern Seelenhirten keine Anstalten getroffen haben, um diese Schulen zu erhalten! — Man sieht, wie der Verfasser in der Herabwürdigung der neuen Seelenhirten keine Grenzen kennt, ebenso übertreibt er, selbst vom unparteiischen alten Standpunkte aus, die Lobeserhebung der alten Rabbiner auf die lächerlichste Weise. Alle Achtung vor deren aufrichtigem und uneigennützigem Wirken in ihrer Sphäre, nach ihren Zeitverhältnissen. Lächerlich aber muß es Jedem erscheinen, wenn der Versager von ihnen sagt, sie widmeten ihr ganzes Leben der Oeffentlichkeit und