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Der israelitische Volkslehrer · 1859-05-01 · Heft 5 (Mai 1859) · page 32

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 5 (Mai 1859)
Date
1859-05-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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Rundschau. 16? hauche der in der Judenheit wieder auslebenden Cultur und wissenschaftlicher Bestrebung, weder sein Studium an den Nagel hangen, noch auch m unüberlegter Ueberstürzung einer dem Jndenthume schädlichen Richtung sich hingab. Er wurde Lehrer. Seinen freisinnigen aber stets gemäßigten und würdevollen Standpunkt hat er bis zu seinem Tode nicht erlassen. Die Schilderung seines Charakters trat klar aus den, von Herrn Landrabbiner vr. Adler an seinem Grabe gesprochenen Worten hervor. Es ist dabei nichts zu seinem Lobe gesagt worden, was nicht von allen hiesigen Gemeindegliedern einstimmig als der Wahrheit entsprechend wird oezeichuet werden. Ich möchte bei.dieser Gelegenheit über unsre Lehrer-Bildnngs-Anstalt, an welcher der seelige Lessong wirkte, gerne Manches berichtlich mittheilen, aber meine Zeit gestattet es mir nicht und ich beschränke mich aus das Einzige, weil ich wünsche, daß es Nachahmung finden möge, nämlich auf die im vergangenen Jahre getroffene Einrichtung, daß den Zöglingen der Anstalt nicht mehr allein freier Unterricht, sondern auch Kost, Logis, Heizung und Licht frei bewilligt ist. Bis jetzt mag wohl ein derartiges Tenvut für israelitische Lehrerzöglinge das erste und einzige in Deutschland sein. Doch davon s. G. w. ein anderes Mal mehr. Augsburg. — II. Im Novemberhefte v. I., S. 373, bringen Sie einen Artikel aus Hürben, der mir sehr auffiel, und war ich daher begierig, von meinem verehrten Schwiegervater Hrn. Schwarz, Rabbiner zu Hurben. — woselbst ich gewöhnlich die Osterferien zuzubringen Pflege — Genaueres hierüber zu erfahren. Es freut mich nunmehr bei meiner jüngsten Anwesenheit in Hürben die Ueberzeugung gewonnen zu haben, daß fragliche Lache sich ganz anders verhalte*). — Erst gestern von Hürben zurückgekehrt, beeile ich mich, Ew. Wohlgeboren den Hergang der Sache kurz mitzntheilen. Tie Fabrikanten Gebrüder... in Preußen führten Klage gegen das Handiuugshaus ... L Comp, zu Hürben wegen Nichtannahme angeblich bestellter Waare von Seite der Letzteren, und es wurde diesen ein Eio zugeschoben. Der gegnerische t. Advokat stellte nun in einer motivirten Erklärung den Antrag, daß der Eid der Beklagten in der Synagoge zu Hürben unter abschreckenden Formalitäten geleistet werden müsse. Ist es auch in mehreren israelitischen Gemeinden dortiger Gegend früherhin schon einigemal vorgekommen, daß die Ableistung jüdischer Eide in der Synagoge geschah, so hat jedoch die Motivirung dieses Antrages meinen Schwiegervater der Art entrüstet, daß er das Oefsnen der Synagoge entschieden verweigerte, und gegen den Antrag amtliche Opposition erhob. Es wurde taher vom k.^Landgerichte Krumbach der kläger'sche Antrag zurückgewiesen. . *) Das betr. Rescript, welches wir obiger Corresponvenz folgen lassen, M uns auch von anderer Seite mitgetheilt worden. Ter betrübende Umstand aber, worauf wir im November-Hefte v. I. hingewiesen haben, bleibt nichts desteroeniger stehen, nämlich daß die Svnagoge nnr für Schlecht-?e!eumunoete geöffnet und dadurch der Entweihung noch mehr ausgeletzt werden solle. L. S.

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