Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1859)
- Date
- 1859-05-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. musek" gehabt, als „der große Manu des Jahrhunderts," und den s. Z. selbst R. ^Voli tlarndurxer für einen große»! Kopf und feinen „kaekur" erklärt, was die Herren, die auch zu Furth gelernt, von dem „Selbmann Lär Miesendrnnn" fich kaum erinnern werden! —Schließlich treiben die erbärmlichen Schleppträger des „großen Mannes" ihre Apotheose so weit, daß sie ihm gegenüber auf sich den Spruch der Talmudiften anwenden 'O^V^.-l Ltt »wenn die früheren Rabbiner waren wie Enge!, so sind wir wie Menschen, und waren sie wie Menschen, so sind wir — wieEse!!" — Und nachdem sie sich dieses geistige Armuthszeuguisz ausgestellt, rufen sie aus: „sapienti sat!" Nun wirklich: „sapientL sat!" Mehr als genug, um die eigene Dummheit und Sclbstvereselung zu documentiren. L. S. * (Meifenheim). Noch ein Beitrag zur Blumenausstellung auf jüdischen Friedhöfen. Es geschah im Jahre 1834, als ein jetziger Errabbiuer noch Candidat war und sich um das Rabbinat in v. bewarb; da-traf es sich gerade, daß diese Bewerbung mit einer hitzigen Debatte über die Zulassung der Blumen auf den Gräbern und der deutschen Inschriften auf den Grabsteinen zusammenkam. Unser Candidat versprach es nun seinen Wählern, den Kampf mit den zanen Blumen kühn aufnehmen und durchfechten zu wollen. Er wird gewählt und sein erstes Gutachten. betrifft diesen Gegenstand. Wie vertheidigt er aber feine Sache? Nimmt er auch, wie seine frömmelnden Bundesgenossen aus der neuesten Zeit, zu Sophistereien nnd Spitzfindigkeiten seine Zuflucht? Nein; er rückt der Sache ganz anders auf den Leib. Er nimmt seinen meflingbeschlagenen „oraek ekajiva" — findet es nicht einmal nöthig, den vielleicht gerade etwas bei Seite liegenden „^'ore <Zea-- zu holea — nimmt den ersten besten Paragraphen heraus unv stellt sich dem hohen Ministerium gegenüber, als sei er mit der schwersten Äeule bewaffnet. Als aber wir etwas näher hinzutraten, um die Keule genauer zu betrachten, welche die Blumen zu knicken bestimmt war. fanden wir einen Luftballon aus wollenem Zeuge gefertigt; denn der angeführte Paragraph war aus „KUeiwss z-I-iZs" entnommen. Wer's nicht glauben will, findet es aktenmäßtig verzeichnet bei dem Gr. Ministerium des Innern zu v. Der unbefangene Leser, der mit den talmudijchen Schriften nicht genau vertraut ist, mag daraus ertt» nehmen,, daß selbst ein so hochgelehrter Talmudist gegen die unschuldigen Blumen nichts vorzubringen vermochte. * * Cassel, den 22. April 1859 — Wir trugen einen Mann heute zu Grabe, der es verdient, in Ihrem auch der Schule gewidmete« Organe dem Andenken der späteren Geschlechter erhalten zu werden. Joseph Lessong hieß der Veteran des Lehrerstandes, der seit dem Besuchen der hiesigen Lehrer-BildungS-Anstalt, welcher bekanntlich der durch seine Schriften auch in weiten Kreisen rühmlichst bekannte vr. M. Büdwger bis zu seinem Tode als Oberlehrer vorstand, angestellt war. Zu Nesselröden in der Provinz Niederhessen gebürtig, war er in seiner Zugend Em« jener Thalmud-Beflisseuen, die schon frühzeitig von dem Frühlings-