Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1859)
- Date
- 1859-05-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3129675-3129743-3129747--2755-3130761- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
164 Reeenfiouen und Anzeigen. sechsten Predigt: „Schilderung religiöser Zustände im heutigen Israel" angeführt. Nachdem er von dem früheren Drucke und seinen Folgen auch auf religiösem Gebiete gesprochen, fährt er fort: „Aber dieser Druck hat aufgehört--; wer kann daher in Abrede stellen, daß Vieles auf unserm religiösen Ge-. biete umzuformen oder abzustellen gerade unsere Zeit die heiliae Aufgabe hat? Nicht Grundformen, unserer Religion soll dies Loos treffen, denn die sind gut und schön und Werth, für alle Folgezeit erhalten zu werden; aber gerade um diese wieder herzustellen in ihrer ursprünglichen Schönheit und ehrwürdigen Einfachheit, müssen die entstellenden Zusätze und Ueberladungen, welche sie in trüber Zeit erfahren, in unserer lichteren Zeit abgethan werden : das ist kein sündhaftes, sondern ein frommes Unternehmen, wenn es nach gründlichster Prüfung jedes einzelnen Punktes und mit so viel Schonung geschieht, daß niemals der Gemeindefrieden darunter leide". Ob die letzte Bedingung, namentlich in größeren Gemeinden, immer erfüllbar, das ist freilich eine Frage. Aber jedenfalls spricht sich in dem ganzen Passus eine klare, tüchtige und kundige Ansicht aus. Müssen wir daher diese Predigten wegen solcher und ähnlicher Stellen der Verbreitung Werth erachten, so können wir aber zum Schlüsse den Wunsch nicht unterdrücken, der Verf. möchte auf Styl und Ausdruck mehr Fleiß verwendet, möchte Härten und Sprachcapricen mehr vermieden haben. Es stolpert und hapert in diesen Predigten manchmal gewaltig. Ich will gleich aus der ersten Predigt Beispiele nehmen. Wie schwerfällig lautet folgende Wortfügung: trotz dem Allen sollte dürfen, müssen der Mensck Gewalt antbunsS. 5). WaS sind: Ab günstige, Einbildnerische, was ist ein: Sünder tief innen? Was heißt: Es dünkt sich der Schale ein Ausbund des Geistvollen? (S. 8). Auf dergleichen Miß- Worte und Mißsätze bin ich oft gestoßen und muß daher dem Verf., wenn er weitere Veröffentlichung seiner Vorträge beabsichtigt, rathen, dieselben einer sorgsamen Durchsicht zu unter werfen und — den Bücherstaub mehr abzuschütteln. Oldenburg den 17. .Februar 1859. Wechsler.