Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4 (April 1859)
- Date
- 1859-04-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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.^7 ^LU^ M 24. Religionsgesprache. l Bon einem norddeutschen Rabbiner. (Vrgl. V olts leh rer VI. Nr. 41.) - - - - - Freund. Als ich in der heutigen Sidra las: „Es balsamirten die Aerzte den Israel ein," „und sie balsaniirten Joseph ein," (1. B. Mose 50, 2. 26.) da dachte ich wieder an meine,vorjährige Anfrage bei Ihnen wegen der Leichenöffnung meines leider verstorbenen Kindes. Jenes Einbal^ j samiren war ja auch, so viel ich weiß, mit Oeffnung der Leiche ^verbunden, indem man Gehirn und Eingeweide herausnahm und Hirnschale und Bauchhöhle mit Gewürzen füllte. Mit der Bibel in der Hand hätte ich also jeden Scrupel, a^s der Arzt die Leiche meines Kindes zu feciren wünschte, sofort be- ' schwichtigen können, ohne die Sache erst von Ihrer Entscheidung ^abhängig zu machen. ' ' .- -^ j Rabbiner. Sie thaten indeß jedenfalls gut daran,! mich erst darum zu befragen. Denn wie leicht konnten Sie 1 später wieder beunruhigt werden , wenn Ihnen Jemand sagte, ' daß auck Embalsamirungen ohne Leichenöffnung üblich'waren,' j indem man die Leiche nur mit Cedernöl und Natrum so be- - handelte, daß nach einiger Zeit nichts als Knochen von ihr ^übrigblieben, welche BeHandlungsweise eben auch bei der I Leiche Josephs stattgefunden haben mochte, von welcher die j Israeliten bei dem Auszug aus Aegypten wohl nur die Knochen ^,O-.'niQV) mitgenommen haben, und bei Jakobs Leiche um so wahrscheinlicher stattfand, als man ihn doch nnr für den Transport nach Kanaan und darum wohl nicht auf jene erste ^sehr kostspielige Art einbalsamirte. Es dürfte demnach in der jTbat aus der Bibel nicht zu erweisen sein, daß unsere Borfahren Leichenöffnungen sich erlaubten. . .. - Z F. Sie sind aber doch auch in der heiligen Schrift nicht jverboten; woher kommt es denn, daß man sie unter den Juden allgemein für verpönt hält? Sind sie etwa im Talmnd untersagt? Und warum dann? l 7 / . . / - . : R. Jeder Mensch möchte wie im Leben so im Tode in aller Weise geachtet werden, und sein Gefühl sträubt sich um IX. 9