Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4 (April 1859)
- Date
- 1859-04-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Lt4 Was ist die Confirmation? / Warden. Ist man aber Jude durch seine innere Ueberzeugung, von den Wahrheiten des Judenthums, so treten Alle, welche dieselbe Ueberzeugung theilen, eben dadurch in den Bund mit Gott und sind wiederum eben durch ihre Ueberzeugung auch auf 5eren Geltendmachung durch die Selbstaufopferung für die Wahrheit verpflichtet. Ich habe unter vielen Beispielen das gewählt, welches das aller unverfänglichste scheint. Und doch lege ich auf dasselbe das größte Gewicht, weil eS das innere Princip und der Grund aller anderen, vielleicht weniger unverfänglichen, Erscheinungen ist. Ich werde nämlich nicht aufhören, diesen vorzüglichen Jsraelitenberuf, ein Träger der Gotteslehre für Andere, und des- ^halb^M^M^^M^er^^ zu sein, wo eS gilt, den göttlichen Namen zu heiligen, das Leben aufzuopfern, ein Privilegium zu nennen, so lange man zu denselben nur entweder durch die Geburt im Gesetze oder durch Anschluß an das ganze Gesetz xns ia gelangen kann, und um das köstliche Gut sich anzueignen, den ganzen Ballast mit in den Kauf nehmen muß. Ist es aber nicht die Geburt im Gesetz, -sondern-der freie Eintritt in den Bund mit Gott, was noch immer zum Juden, zum höchst verpflichteten Menschen macht, so sind allen Menschen die Pforten des Heils aufgeschlossen, durch freie Aneignung der jüdischen Gottes- und Sittenlehre zurTheilnahme an der messianisch-priesterlichen Bestimmung des Judenthums einzugehen. Von einem Privilegium oder Monopol kann hier nicht die Rede sein; das Bekenntniß der jüdischen GotteS- und Sittenlehre ist der Freiheit höchste Blüthe, wie der Menschheit höchstes Ziel, während die Uebernahme des ganzen jüdischen Gesetzes durch Beschneidung, Bad und?pfer einerseits, sowie die Annahme, daß das jüdische Volk von Hause aus nur durch diese Pforten in den Bund mit Gott eintreten konnte, und daß sie deshalb für ewige Zeiten die einzige Pforte des Heils bleiben müsse, wie nicht zu leugnen ist, die Gewissens« und Glaubensfreiheit wesentlich alterirt. Die in dem angeführten Beispiel dem specifischen GeburtS- Sudenthum vindizirte Verpflichwng ist gewiß eine glänzende