Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 3 (März 1859)
- Date
- 1859-03-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Schubiachrichk«. Schule nach abendländischer Methode errichtet. Die h. Schrift in der Ursprache, türkische Sprache, Geschichte, Geographie, Realien und die französische Sprache bildeten die Unterrichtsgegenstände. Ein junger französischer Gelehrter, Herr Brunswick, übernahm die Direction. Eine Beisteuer zum Unterhalt dieser Schule, deren erste Zöglinge aus fünfzig Kindern von Annen bestand, die unentgeltich unterrichtet, gekleidet und des Tages über verköstigt wurden, hatte die israelitische Gemeinde nicht zu entrichten. Die Anerkennung der Leistungen dieser Anstalt manifestirte sich durch den Eintritt auch solcher Schüler, die der ärmeren Klasse nicht angehörten. Diese Anerkennung sprach sich aber ganz besonders dadurch aus, daß unmittelbar nach der Verkündigung des Hati-Humahum (18. Februar 1856) der ChachamBaschi im Einvernehmen mit den Großrabbinern der verschiedenen Stadtviertel und den Vorstehern der israelitischen Gemeinde die Errichtung mehrerer Elementarschulen und die Umwandlung der Privatschule zu Haß-keuZ in eine Gemeindeschule verfügte. Zugleich wurde ein Verwaltungs-Comit6 ernannt, in welchem der Chacham-Baschi den Vorsitz übernahm. Dem Director, der bereits von zwei Rabbinern unterstützt wurde, gesellte sich nun auch noch ein zweiter französischer Nabb ner zu. Die Anstalt zu Haß-keuZ nahm einen bedeutenden Aufschwung. Die Familienväter erkannten immer mehr die Vortheile eines geregelten Unterrichtes und schickten selbst aus den entferntesten Vierteln und von der anderen Küste des goldnen >HornS her ihre Kinder in diese Anstalt. Doch je mehr Anerkennung diese Anstalt bei der israelitischen Bevölkerung zu Constantinopel fand, um so erbitterter wurden ihre lichtscheuen Gegner, deren Anführer wir vorzugsweise unter den kle'nen Rabbinern, deren Chedarim (Schulen) zu veröden droheten, zu suchen haben und die, minder harmlos wie der in ähnlicher Sage gewesene Mikwenitzer (in Bernsteins „Vögele der Magqid"), oie Religion in Gefahr erklärten und zu den äußersten Schritten anstachelten. Der von einem einzelnen Rabbiner in der Synagoge zu Ortra-Keul direct gegen diese Anstalt geschleuderte Bann, durch welchen offenbar auch der an der Spitze des VerwaltungS - Comitss stehende Chacham¬ Baschi getroffen war, mußte deßhalb seine volle Wirkung verfehlen. Man ging ihr daher indirect zu Leibe. Anfangs October wurde demgemäß in mehreren Synagogen ein Schriftstück verlesen, worin über die mehr und mehr einreißende Irreligiosität bittere Beschwerde erhoben wird. Man keore am Freitag Abend spät in das HauS ein; man gehe am Sabbach