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Der israelitische Volkslehrer · 1859-07-01 · Heft 7 (Juli 1859) · page 25

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 7 (Juli 1859)
Date
1859-07-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Ueber agadische Literatur tc. 227 alten klassischen Kommentatoren mit der ganzen Geisteshelle und Frische der neuen Wissenschaft vereinigten. Ein zweites förderndes Hülfsmittel bilden unstreitig die gelungenen Studien und Monographien Einzelner, so über einzelne agadische Materien wie über das Gesammtgebiet der Agada, unter denen wir unter einer großen Zahl von nennenswerten Forschern vorübergehend nur einzelne erwähnen: Hirschfeld, Zunz, Rapoport, Sachs, Jellineck, Edelmann, Formstecher, *) Samuel Hirsch, Delitzsch, Julius Fürst, Graß und andere. — Ein kaum genug zu schätzendes Verdienst hat sich vor allem Jellinek erworben, indem er in seinem Lei- Laiuiärasek der gelehrten Welt zum ersten Mal eine fast abschließende Sammlung der kleinen Midraschim gegeben hat. Vielleicht wäre die uns vorliegende Arbeit noch reicher gediehen, wenn Frankel die seit einiger Zeit am Breslauer Seminar eröffneten Vorlesungen über die Methodologie des Midrasch bereits zu einem gewissen Abschluß gebracht hätte; und wir glauben im Namen Vieler zu sprechen, wenn wir schon jetzt für die Veröffentlichung jener so bedeutenden Vorträge lebhaft unsere Stimme erheben, sowie wir nicht unterlassen können, den gleichen Wunsch für die Herausgabe der Jelline?schen Vorlesungen über Agada zu äußern. Des größten Undanks aber dürfte man uns zeihen, wenn wir des unschätzbaren Verdienstes vergäßen, das sich die jüdische Kanzel um den gewaltigen Stoff der Agada erworben. Hier hat die Sage, oie Spruchweisheit eine Anerkennung, eine Volsthümlichkeit, eine Wirkung in die Weite gewonnen, deren sie sich vorher nie erfreute und welche selbst in der Entwickelung der jüdischen Homiletik ohne Beispiel dasteht. Prediger der verschiedensten Richtungen sind hier mit fast gleichen Ehren zu nennen, so Jellinek, Mannheimer, Schmiedl, Pleßner, Goldschmidt, Holdheim, Sachs, Hirsch u. a. Keiner aber hat vielleicht hierin Bedeutenderes geleistet als Leopold Stein, der es meisterhaft wie wenige versteht, aus die Agada das volle, glänzende Licht einer schwungvollen sowohl ethischen als sachlichen Exegese auszuströmen. ------- Die Erscheinung einer so bedeutenden Arbeit, wie das uns vorliegende Buch von Bernhard Beer schien uns eine würdige Veranlassung, in einem kurzen Abrisse die Reihe der *) Wir nehmen hier mit Vergnügen Anlaß, auf das höchst schätzbare Buch dieses Mannes „Die Religion des Geistes" aufmerksam zu machen, dem wir eine größere, durch semen bedeutenden Inhalt so wohlverdiente Verbreitung wünschen und auf das wir demnächst zurückkommen wollen.

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