Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1859)
- Date
- 1859-07-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3129675-3129743-3129749--2818-3130644- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
SeVtr sgadische Literatur z'c. folgende, die schöngeistige, Kur züm Theile wieber gut machen.!! Die eine Methode hatte es sich durch schroffe Kälte und Lieblosigkeit unmöglich gemacht, zur Höhe des Gegenstandes vorzudringen; die andere, mit dem löblichsten Aufwände von Fleiß, Pietät und Begeisterung zersplitterte ihre edlen Anstrengungen an das einzelne, indem sie den historisch-kritischen Ueberblick versäumte. Sie gedachte gleichsam ein neu entdeckts Land von innen heraus zu erobern, ohne zuvor seine Grenzen! bestimmt zu haben.! Und doch stehen die Verdienste von Männern, wie Lowth und Herder, zu denen sich später mit besserem Glücke Kraft, Delitzsch u. A. gesellten, so unvergleichlich und unver-! alichen da, daß wir die beiden großen Bannerträger jüdischer Literaturkunde, den englischen Bischof Lowth (äe saei-a xoösi Lebraeornin) und Herder als oie Ausgangspunkte eines? edleren Lichtes betrachten können, welches bestimmt war, diese! Studien zu erleuchten. Verhielt sich nun jene Zeit gegen das jüdische Alterthums- und Sagengebiet nicht nur rein ästhetisch, sondern streifte die Behandlung bald an das belletristische, so darf uns dies um so weniger Wunder nehmen, als gleichzeitigste Erforschung der klassischen Philologie sich dieselbe äußere Prunkform mußte < gefallen lassen. Wir haben gesehen, wie Barthelemy seiner in Voz^AS äujeune^Qaekai-sis, Madame Dacier, Wieland in seinen Übertragungen des Horaz, des Cicero, Lucian und Aristophanes, Becker im Gallus und Chariklus, durch eine elegante, romanhafte Einkleidung ihre Zeitgenossen zu Gunsten tief ernster und sittlich bedeutender Studien zu bestechen wußten. Ja selbst Böttiger und der durchaus tüchtige Friedrich Jacobs in seinem Tempe und mehreren vermischten Aufsätzen konnten sich dem herrschenden Geschmacke nicht entziehen. Später machte sich gegen diese Vortragsweise eine solche Rückwirkung geltend, man betrachtete diese und ähnliche Arbeiten mit solchem Mißtrauen, daß selbst an sich gelungene Leistungen vergebens um den Beifall der gelehrten Welt rangen, wenn sie sick^ nicht des neubeliebten, streng wissenschaftlichen Styls befli^en. Eine solche Ablehnung erfuhr^ vor einigen Jahren das Buch des Lübeckers Jakob: Horaz und' seine Freunde. — Auf die schöngeistige Behandlung jüdischen Schriftthumes 1 zu Ende des vorigen Jahrhunderts hatte aber ohne Zweifel i auch der Umstand großen Einfluß, daß die übrige morgenländische Literatur derselben anmutbigen Fessel sich schmiegen 1 mußte. Vielleicht kann für diese BeHandlungsweise das Buch j des berühmten William Jones, Oonunentai-ii äs xoesi