Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1859)
- Date
- 1859-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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eis Wort zu seiner Zeit. Sil geben werde, darf keinem Lehrer und Vertreter der Synagoge als etwas Kleines erscheinen. Wir wollen hier, zur Bestätigung dieser, unserer Behauptung, außer dem eclatanten Beispiel eines nichtisraelitischen Uebersetzers, welches wir oben angeführt, ein nicht minder frappantes aus der Bibelübertragung eines sprachgelehrten Israeliten der Neuzeit anführen. — Zohlsohn war ein gewandter Uebersetzer, und Vieles in seinen Übertragungen ist nachahmens- und aufnehmenswertb. Mein bei einer sehr wichtigen Stelle ist seine Übersetzung geradezu verwerflich. Er übersetzt nämlich: cz^niws) ON^i (Levit. 23, 27) nicht wie gewöhnlich: „und ihr sollt kasteien euere Leiber", sondern: „ihr sollt demüthigen euere Jeelen!" — Es ist hier also nichts weniger als das Fasten am Versöhnungstage in F^age gestellt. — Das Falsche und Lächerliche dieser Uebersetzung geht klar aus dem Verse 29 hervor, wo er consequent übersetzt: „denn jede Seele, die sich nicht demüthigt an eben diesem Tage, soll ausgestoßen werden aus ihren: Volke" — es wäre also hier ri"O (Extermination) auf die Unterlassung einer Gesinnung gesetzt — etwas ganz Nagelneues! — Allein wir fragen, welch ein gerechter Schrei des Unwillens würde durch ganz Israel gehen, wenn eine solche oder ähnliche Übertragung in eine Volksbibel käme? — So lange eine Uebersetzung die subjective Ansicht eines einzelnen Gelehrten gibt, droht keine Gefahr; denn da gilt keine Autorität; da heißt es nicht: „meine Ansicht sei maßgebend," sondern es stellt sich Ansicht gegen Ansicht, und die Wahrheit tritt als leuchtender Funke hervor aus dem Aufeinanderplatzen der Geister. Anders aber verhält sich's dort, wo die Herstellung und Hinausgabe einer Uebersetzung als eine allgemei ne Angelegenheit erscheint; da gewinnt eine Uebersetzung schon mehr Autorität, und ein eingeschlichener Jrrthum dringt in die Geister als nicht mehr zu beseitigend ein llplH 5>2v mpv). Dazu kommt der Umstand, daß durch die an sich so heilsame Verbreitung einer Volksbibel den künftigen wie bisberigen für das Volk berechneten Übersetzungen, da der jüd. Büchermarkt ohnedies sehr beschränkt ist,