Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1859)
- Date
- 1859-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdische Bottsbibel, wird in ihrem Ursprünge aufEsra zurückgeführtViisv) (.OU-m — Für die der Propheten, wird die Autorschaft den letzten Gottesmännern, Haggai, Zacharias und Maleachi vindicirt (>2^m .1^2^ ''SO), und die Redaetion dem Wundermanne Jonathan ben Usiel zugeschrieben. Bei ihrer Abfassung soll eingewaltiges-Erdbebenentstanden sein, „weil man die Geheimnisse Gottes den Menschen entdeckte"; hier ist eine katholisirende Ansicht kundgegeben, die sich hervorwagen wollte, man sollte dem Volke die Bibel, namentlich die zuweilen mysteriösen Aussprüche der Propheten ^vn^On '^v i^n) nicht entdecken. Allein höchst denkwürdig ist die Antwort, welche der Uebersetzer an jene Gottesstimme (^p in) richtet, die ihn über sein Thun befragt: „du weißt", sagt er , „daß ich es nicht thue, um mir oder meiner Familie dadurch eine Ehre zu verschaffen, sondern zu Deiner Ehre, um Controversen in Israel zu verh^ Die Gottesstimme beruhigt sich; nur hält sie den Uebersetzer ab (-p'i), auch die Hagiographa (i^inrn) zu übertragen, weil da Stellen (in Daniel) über den Messias Mißdeutungen befürchten ließen (wwv s>p .^2 71^-. — Siehe üasek! z. St.)— Die Uebersetzung der Propheten aber ist nach jener Stelle vom Himmel anerkannt. — Trotz dieser Autorität aber, ^welche^de^ beiden Theilen der aramäischen Uebertragung zuerkannt wurde, hat dieselbe doch nie ausschließliche Gültigkeit in der Synagoge, keine Sanction erlangt. Freiheit der Forschung ist auch hier das Emblem und die Aegide des Judenthums. — Auf dieses Palladium müssen wir heilig halten, und hierin liegt auch mein und mehrerer Kollegen Bedenken, in Betreff der, jener projectirten Volksbibel beizufügenden Übersetzung. Nach unserer Ansicht sollte diese auf keinen Fall als das Werk Eines Mannes erscheinen; sie müßte das Gediegenste und Beste aus allen vorhandenen Übersetzungen bieten, und zu diesem BeHufe der Prüfung einer sachkundigen Kommission unterliegen. — Man wird aus den obigen Talmudstellen ersehen haben, wie ängstlich und besorgt man von jeher war, - daß durch Übersetzungen der Sinn des Urwortes möchte alterirt werden. Dieselbe Sorge muß auch uns durchdringen, und welche Uebertraung einer deutschen Volksbibel beize-