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Der israelitische Volkslehrer · 1859-07-01 · Heft 7 (Juli 1859) · page 5

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 7 (Juli 1859)
Date
1859-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ei» Wort zu seiner Zeit. 207 Welchen Eindruck wird diese mehr als kühne Übersetzung, diese unerhörte Fälschung des göttlichen Wortes,*) die so deutlich in die Augen springt, indem dieselben Worte: „^äona! Llokim" mehrfältig in demselben Gebete David's vorkommen, wo sie Luther sonst immer als Anrufung übersetzt — auf den des Urtextes unkundigen, frommen christlichen Bibelleser machen? wird er nicht staunen über die Verstocktheit Derer, welche bei so klarem Zeugniß aus dem alten Bunde nicht an den „Herrn" des neuen glauben wollen? — Und was soll erst diese Übersetzung im Hause oder gar im Munde eines bibellesenden Israeliten? — Wir glauben daher, daß hier zunächst ein neuer schlagender Beweis vorliegt, wie die Kenntniß der Sprache unserer Religionsquellen auch im Volke nöthig sei, um den Versucher abzuweisen .-.O um überhaupt in die Gewalt und Willkuhr keines Uebersetzers gegeben zu sein; wie es eine Bornirtheit sei, gerade vom aufgeklärten Standpunkte aus gegen die Kenntniß unserer Urkunden in der Ursprache zu eifern. Verkauft ist eine Religionsgemeinde an ihre Geistlichen, *) Die engl. Bibelübersetzung folgt der lutherischen Auffassung nicht. Tie übersetzt: II. Sam. — „und ist dies die Weise eines Menschen, o Herr, Gott? (anä Ls tkis tke warmer o5 man, o I^orä Koä?) — I. Chron. — — „und hast du mich beachtet, nach dem Range eines Menschen von höherem Grade, o Herr, Gott", (and Kas reFaräeä me aeeorciinA to rke estate of a man ok kigQ 6eZree, 0 Iivrä Aoä — ähnlich unserer Auffassung, nach Lasoki und Reäak.) - In den deutschen Uebersetzungen aber der protestantischen Kirche wird jene fehlerhaste Übersetzung immer noch mit aufgeführt. In einer solchen vom 3- 1819, dahier erschienen, die sich noch dazu als eine „berichtigte" ankündigt, mit Anmerk. versehen, heißt es in einer Erläuterung zu der Stelle in Samuel: „dies (Fernmuftige) ist das Gesetz (das neue, evangelische Glaubensgesetz) des Menschen, welcher der Herr Herr ist. Nicht ein vergängliches Reich und Gesetz, sondern das ewige deS Gottmeuschen." — So führte die unrichtige Prämisse der Übersetzung zu unrichtigen Eonsequenzen des CommentarS. — Wie beherzigenSwerth ist jener Ausspruch unserer Väter: „Ihr Weisen, seid vorsichtig mit eueren Worten, damit euere Schüler nicht aus getrübten Quellen trinken!" —

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