Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 11 (November 1860)
- Date
- 1860-11-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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MOHtzlchUW. L«» . deIfür sich wärs, ss»^ wei^ He djeft Nicht «ehr zeitgemäß ergchten. Vo? de» Friedev^hLs? is Bsr^ fünf Zeuge« geladen^ alle mosaischen Glaubens. Als denselben.»»» de» Pe- Kgen Rabdiner, I^r. Aothschild. die Wichtigkeit de» EideR anö >d» Heiligkeit der T^pMm 2«^ vorgehalte» wurde^ erklärte« jämmtlicht Zeuge«, daß sie von ersterem vollkommen durchdrungm feie«, jedoch die Heiligkeit tier Sebetriemen :e. nicht anerkennen konnten, und auch deßhalb sich derselben schon seit Jahren nicht mehr beim Gebete bedienten, worauf der Äabbiner zu Protokoll gab in diesem Falle den Zeugen den rituellen Eid nicht abnehmen zu können. Die klägerische Partei verwahrte sich hiergegen, worauf der Richte? sich dahin entschied, den Rabbiner hierzu nicht zwingen zu können. Hiervach erklärte der Anwalt der klägerischen Partei, mit dem bürgerlichen Eide Kch begnügen zu wollen, wogegen die andere Partei protestirte. weßhatb die AuSschwörung der Eide vorläufig unterblieb und die Sache höhere^ Entscheidung überwiese» werden mußte. Man ist auf den Ausgang der fraglichen Angelegenheit allgemein gespannt. / ' 3-)-- Preßburg, 23. Ott. Ueber die hier vorgekommenen Ercesse wird der „Oesterr. Z." gsschrieben: Der Fackelzug, welcher hier gestem stattfinden sollte, ist unterblieben, doch wiederholte sich ein sehr betrübendes Ereigniß aus früherer Zeit. Um die achte Abendstunde sammelte» ßch Hunderte von Menschen hinter dem Theaterplatze, von wo aus sie in zwei Abtheilunfte« gegen die Judevgasse zogen. Die erste Abtheilung, welche de« ganzen Fischplatz von der Promenade bis zur Judengasse besetzt hatte, begann unter Heulen und Zischen gegen diese vorzudringen, und Einige derselben machten Miene, Hand au fremdes Eigenthum zu lege». Zn diesem Augenblicke «schien Stadthauptmann v. Schiller, ein Mann von Entschlossenheit und Energie, und stellte sich, nicht ohne Gefahr für seine Person, dem Andränge entgegen. Der aufgeregte Pöbel war aber nicht so leicht zum Weichen zu bringen und der Stadthauptmann sah sich genöthigt, daran zu erinnern, „daß die alte Schande noch nicht verwischt, die alten Narben noch nicht verharrscht und die vor Jahren nicht nur dem Judenthume, sondern auch dem Chriftenthume, das ist dem Bürgerthume PreßburgS geschlagene» Wunden «och nicht geheilt seien." Der Pöbel wich hierauf einige Schritte zurück, jedoch ohne friedlich und ruhig auseinander zu gehen. Mittlerweile wurde die sämmtliche städtische Wachmannhhaft unter Waffen gerufen. Dieselbe besetzte die Zugänge zur Judengasse auf beiden Seiten und die versammelte Menge verlor sich nach und nach. Einige Faustschläge abgerechnet, kamen hier Balgereien nicht vor. Dank der Umficht und Mäßigung des Stadthauptmanns, ist diese Nacht ohne Gefahr verlaufen. Müthender und aufgeregter benahm sich jene Abtheiluug, welche von der Märzen- und Nonneubahngasse herkam, durch die Gaisgasse zog und daselbst in einer ganzen Häuserreihe die Fensterscheibm einschlug, weil nicht beleuchtet wurde, obwohl in der Stadt nirgends beleuch, tet war. Auch im Hermann Todeseo'schen StiftungSgebLude wurde« die Fenster mit Steinen eingeworfen.