Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 11 (November 1860)
- Date
- 1860-11-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber Tmtksrgkmb«^ Charakter IStaelS ifti fem Glaube^ nicht die Amahme-erMterEreignisse; denn echte und als gläubig anerkannte Jsräe-! litert legen, vielen derselben nur sinnbildliche Bedeutung bei u. f. w. Wollen Sie etwa noch mehr Beweise, daß der unbedingte und buchstäbliche Wunderglauben nicht von allen Israeliten als aufgefaßt wird? Lesen Sie den Kloi-H tlebuekim und Sie werden der Beweise unzählige finden. — Sie halten mir das Wunder der Weltschöpfvng entgegen^ Sollten Sie wohl mit Ernst meinen, daß wi? jenes echte > wahre, unleugbare Wunder der Weltschöpfung etwa mit der keineswegs zu rechtfertigenden That des Elisa, der 42 Knaben durch Bären zerreißen läßt, weil sie ihn „Kahlkopf" gescholten, verwechseln? Ich nenne das nicht einerlei. Mir, wein Herr College, bleibt ewig eine unausfüllbare Kluft zwischen den durch den göttlichen Plan der Weltregierung manifestirten Thaten der Allmacht, uu jenen an und für sich unbedeMmden, wenn auch wunderbaren Ereignissen, die nicht in den großen Plan der Erziehung Israels und des Menschengeschlechts unumgänglich uöthig find Dort stehe ich anbetend kill; beuge, mich m Andacht vor dem Höchsten , der in den Sternen' wie im der Geschichte nach einem großen Plane wundervoll wirkt, ohne Gleichen; hier ist das ganze Resultat meiner G^anken, daß ich mich freue, zu erkennen, daß ein sittlicher Kern aus diesen Erzählungen hervorleuchtet; und damit habe ich meinem Offen, bamygs-Glauben Genüge gcthan. - D» Wunhrx höchstes ist. Daß uns die wahren, echten Wunder so Alltäglich werden können, werden^söllen. / Lessing, „Nathan der Weise." Es ist. also keine Frage : die Conferen; war verpflichtet, mdem sie von dem Unterrichte in Per biblischen Geschichte sprach, die Art und Weise, wie die Wunder behandelt werden sollen, in das Bereich ihrer Berathung zu ziehen. Ich mußte in meinem Referat mich darüber aussprechen. Ich werde mich, so Gott will, weder in der Schule noch sonst, wo ich als Lehrer austrete, nie und ninmer mundtodt machen lassen. Und ich halte den Lehrer für einen Heuchler, der anders denkt und anders spricht. Und nun, die Hauptfrage: wie habe ich mich in meinem Referate ausgesprochen? Wie lautet meine These? »Alle biblischen Geschichten, auch die sogenannten Wundergeschichten, wenn sie eine sittliche, wahrscheinliche, mögliche, oder historisch-religiöse Grundlage haben, müssen so gegeben werden, wie sie in der Bibel stehen." Im Verlaufe meiner Ausarbeitung erwies ich, in welche Verkehrtheiten man geräth, wenn man nur das durch Empirie Ersetzbare erzählen wollte; verglich die durch unmittelbare göttliche