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Der israelitische Volkslehrer · 1860-11-01 · Heft 11 (November 1860) · page 10

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 11 (November 1860)
Date
1860-11-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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AVwSef^ »4k TeinM M seweur Opferdienstt ift im Gimte «chMeW^dÄ Talmuds> darf nach dessen Anordnung nicht geändert werdend Und doch wer will sich diese Schranke gefallen lassen? wer will den Rabbinern zu gefallen beten, was seiner innersten Ueberzeu^ gung schnurstraks entgegen ist? Oder — ein anderes Beispiel welches Gewicht kann es für uns haben, ob die Rabbinen dm zweiten Feiertag für Mehr oder weniger bindend halten , da wir die vollste Ueberzeugung haben, daß er biblisch nicht bindend und häufig lästig ist, und er daher nur insofern eine Berechtigung hat zum Fortbestehen, als Sitte und Gewohnheit ihn noch theilweise ems pfehlen? Betteln wir daher in solchen und hundert andem Fällen nicht um die Brosamen vom Tische des Rabbinismus? Wir haben ein Recht, hier noch mehr als sonst, auf eignen Füßen zu stehen: wir find nicht aufrichtig, wenn wir die Erlaubniß dazu in den alten Folianten suchen. DaS Leben, die Gegenwart geben uns die Erlaubniß, machen an uns die Forderung der Reform. Und Nim zu Geiger's Schristchen. Er will, m demselben, kaut der Vorrede, die Gmndzüge der Reform, die zunächst m feiner Gemeinde ihre Realifirung schon habm oder noch suchen, weitem Kreisen zur BeuttMung vortragen. M hat es nun'einerseits mit dem allgemeinen Standpunkte Geigers anderseits mit der Ausführung, dem Detail, m thun, wird aber! nicht vergessen dürfen, daß hier nicht sowohl der Gelehrte, der Mann der Wissenschast, als der Führer feiner Gemeinde, der praktische Geistliche, redet. Ob er gut Methan hat, dieses Terrain zu betreten?Fast möchte ich'S bezweifeln, und meine obige An merkungen werden diesen Zweifel rechtfertigen. Lorbeeren sind auf diesem Felde nicht zu erringen, wohl aber die stechenden Dornen des Tadels. Der frische, kräftige, klare Geist Geiger's — er weht allerdings auch in diesem Schriftchen, namentlich da> wo er seinen Standpunkt feststellt — keine Revolution, sondern eine Reform des Gottesdienstes; einen entschiedenen, aber auf historischer Grund-? läge verbleibenden Fortschritt; keine vollständige Neugestaltung^ aber energisch ausscheidend und umgestaltend, wo ausgeschieden und umgestaltet sein muß, wer wird ihm diese Gesichtspunkte, von denen er ausgeht, streitig machen. Die streitigen Punkte Legen aber in dem Detail, in der Ausführung, in dem Maße, Man stimmt mit voller Seele bei, wenn Gelger den gegenwärtigen Gottesdienst charakteristrt und von ihm sagt, er sei zum großen Theile unwahr oder zu einem gedankenlosen Werkdiensts geworden; wenn er mit Meisterhand die Sonde in die Wundelegt und die kranken Stellen bloß legt. Man gibt ihm auch darin recht, daß er br5 zu dem oben erwähnten Maximum vorschreitet, aber «S nicht überschreitet. Wir folgen, ihm als emnch

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