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Der israelitische Volkslehrer · 1860-10-01 · Heft 10 (Oktober 1860) · page 14

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 10 (Oktober 1860)
Date
1860-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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.»»y.WZcheH^ Sj? G»rakter datirt sich bloS vom Zeitpuntt H^ jbrer Verfolgung, vom Augenblick hep/als maq fie gezMn^ vin Handel als ihren einzigen NahrungSzweig anzusehen^ Msf natürlich ist abe? auch das?, Jede Art von Beschäftigung im menschlichen Leben modifizirt ja ganz besonders die Sitten ptth den Charakter einzelner Menschen sowohl als ganzer Nationen und das letzter? zeigt sich vorzüglich mit einem Blick auf die Geschichte der Römer und ihrer handelnden eigennützigen Feinhe> der Karthaginenser. Das ganze Leben des Kaufmanns dreht sich um Gewinn; sein ganzes Dichten und Trachten geht dahin; immer thätig, oft furchtsam, vergißt er ob der Zukunft, die Gegenwart, und opfert dann nicht selten daö Opfer de? Klugheit DaS geschieht dem ehrlichsten Mann von der Welt, und wird ihm endlich zur Gewohnheit, in welcher er nichts Böses sieht, und die nur die andern Menschen bezahlen müsse??^ Auch wird mir jeder eingestehen müssen daß im Durchschnitt die Kaufleute eigennütziger und schwankender in ihren Begriffen von Recht sind, als andere Klaffen pon Menschen, und . um so eigennütziger, je kleiner der Kreis ihrer Geschäfte ist. Nun bitte ich euch,.Br. Repr.^ seht einmal den Juden an! der^ wenige reiche und große Kaufleute ausgenommen, bei denen man nicht mehr.Wucher als bei den großen .christlichen Kaufleuten wahrnimmt, meistens nur von einem kleinlichen, unansehnlichen Handel, von Trödelhandlung lebt; — und ich frage euch, mußte da nicht sein Charakter nothwendig eben so kleinlich und viel eigennütziger bestimmt werden, als der des Christen, welcher ohnehin noch treiben kann was er will und nicht, wie der Jud?, auf einen einzigen Nahrungszweig eingeschränkt ist? . .' n u U : - . Mußte der Jude, nach allen psychologischen Gesetzen, die Künste der Übersetzung deS Preises nicht besser kennen lernen? mußte er am Ende nicht den ehrlichen Gewinn mit dem Wucher verwechseln lernen, da jener nicht hinreichend war^ ihn zu entschädigen für den unmenschlichen Druck, für die ungeheuren Abgaben, die er den Christen bezahlen mußte? Ich bitte euch, bedenket, über ein Jahrtausend lebt der Jude einzig vom Handel, und ihr verlangt, daß sein Charakter nicht handelsmäßig, nicht einseitig, nicht eigennützig hätte bestimmt werden, sollen? Genug davon.. .-. . , '-' ...s . ^")^ Nun bleibt mir noch ein Vorwurf zu beantworten übrig: den Kriegsdienst betreffend. Man sagt nämlich, sie dürften sich nicht anwerben lassen, ni^t erereiren u. s. w. Allein auch damit ist eS nicht richtig. Der gelehrte Michaeli? hat schon bewiesen, daß das Gesetz Moses nicht so könnte verstanden werden, und daß blos die Kniffe der spätexn Rabbiner dasselbe verfälscht

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