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Der israelitische Volkslehrer · 1860-10-01 · Heft 10 (Oktober 1860) · page 6

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 10 (Oktober 1860)
Date
1860-10-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Wck««w »»s5»M Geschichte der?3»dm. 302 kießm.k Schow eirtüJahrhnnddrt? Hatten die FränIftrter Judm gezeigt wie wenig sie gnvillt stien^ fich unverdiente Grausamkeiten ungestraft gefayen zu lassen. Als nämlich damals ein unmündiger jüdischer Knabe die christliche Religion annehmen wollte, legte M die 'jüdische Gemeinde ins Mittel , ihn vom Uedertritte abzuhalten. Dies aber erbitterte, wie gewöhnlich, die chnWche Geistlichkeit; sie wiegelte die Bürgerschaft auf, And es kam zu heftigem Wortwechsel zwischen Christen und Juden, welche letztere, damals noch mitten unter den Bürgern wohnten. Die Vorwürfe arteten bald in Tätlichkeiten aus,' es kam zu Schlägen, endlich zum - Blutvergießen. So entstand die sogenannte erste Zu denschlacht^'230 Juden fielen im Kampfe, aber auch viele Christm waren durch das Schwert der Juden gefallen. In der Verzweiflung, als sie zu erliegen drohten, steckten einige der Letzteren ihre Häuser in Brand, und so ward, da ein frischer Westwind die^ Flammen weit über den öklichm Theil der Stadt hintrieb, die Hälfte derselben ein Raub des wüthenden Elements. Wie sehr aber, die Juden sich damals im Rechte befanden, beweist eine Urkunde-Conrads jv., als römischen Königs,, in welcher die Frankfurter Bürger fünf Jahre nach der That vom Kaiser wegen ihres tadelnswerthen Benehmens gegen die Juden Verzeihung erhalten; es heißt unter Anderm in dem lateinisch abgefaßten Briefe, worin der Judenmord als ,.ein Vergehen der Nachlässigkeit" aufgefaßt wird: „Durch Autorität und Spezialbefehl Unseres allerdurchlauchtigsten Herrn und Vaters, da Wir bei ihm für Euch, ihr Bürger, unterthänigst gebeten haben, verzeihen und erlassen Wir Euch alle Schuld, insofern ihr Uns eine Beleidignng durch das Tödten und Verjagen der Juden von Frankfurt, Unserer Kammerknechte, wenn auch, mehr durch Nachlässigkeit und Versehen, als vorsätzlich, scheint angethay M haben.?)." < . : Kehren wir nach dieser kurzen, verwandten Einschaltung wieder zu den Flagellantm zurück! Das Erste, was die Geißler bei ihrem Einzug in Frankfurt ins Auge faßten, war, einen Grund für ihre beabsichtigte Judenverfolgung ausfindig zu machen und forden Bürger gegen den Juden aufmwiegeln..^ Diesen Gmnd fanden sie in der günstigen Wohnstätte der Juden. Die Juden hattm n^ Zeit den Theil zwischen dem .1 ' ' s 55^''.' .'N ',;.'!'' l i I .^..^ Iii» hÄestättg^H Thatfache jenes^ ÄudÄmo^s duich einen bekannten Klagegesang (j^ma), welcher zu Frankfurt a. M. u a . a . O. am 9. ^dk vorgetragen wird; dort wird der Vorfall in den Anfang des sechsten Jahrtausend? Ä.M. gesetzt, was gerade dem Jahre 1240 üblicher Zeitrechnung entspn'cht. Die Zahl'der erschkagenea Juden wird in jenem Gesang, auf mehr als'!78 SeeM^'gegetnt'<!mVÄ ' "

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