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Der israelitische Volkslehrer · 1860-10-01 · Heft 10 (Oktober 1860) · page 5

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 10 (Oktober 1860)
Date
1860-10-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ZyK N««ie eus d» Geschichte wÄv!^ Icke Züge gäben nur den^ ersten Anstoß; die Nachsehen des furchtbarere Schlages warm sicher schmerzlicher-, als die Verletzung selbst. Während der Kreuzzüge lay der Grund der Jsdenverforgungen in der: Idee und Losung jener Züge selbst: aKämpf geM die Ungläubigen^ Bald aber wurden andere, und Mär meist: lügenhaste Ursächm hervorgesucht> um der hilflosen Juden Hab und Gut zu plündern uno sie selbst dem Tode M übntiefem^ Man erfand allerlei Geschichten und Histörchen, wie sie in ähnlicher Form leider auch in unserer aufgeklärten Zeit, wenn auch nur noch hier und da, auftauchen und beim Pöbel Glauben finden. Hier soll ein Jude einen Brunnen vergiftet, dort ein anderer ein Christenkind als Passahopfer geschlachtet und am dritten Orie gar einer die Hostie geschändet haben! Aberwitzige Erfindungen galten für Wahrheit, Vermuthungen für Gewißheit, und, was Ein Jude auch nur verübt haben sollte, VaS mußten tatsächlich Alle büßen und bezahlen mit Gut und Blut. — „Jud! Glrt^Blutlvwäre^ des christlichen Mittelalters; für Alles hatten die armen kaiser- Lchm Kammerknechte, die für die großen, und kleinen Herren eine unerschöpfliche Einnahmequelle bildeten, zu büßen. Wollte ich nech auf die.Blutthaten eines Rindfleisch, der als Quasi-Prophet mit detpaffneter Macht gegen die Juden auftrat; wollte ich die Gräuelthatey eines Armleder und Änderer schildern, ich würde nicht, zu Ende gelangen und von meinem Hauptgegenstande, von meinyn Berichte über die Kämpfe zwischen den Flagellanten und Juden zu. Frankfurt a. M.,? allzuweit abkommen. —; Nachdem Ludwig der Bayer die Ruhe im Reiche wieder dieselben wieder für einige Zeit der Ruhe genießen. Kaum hatte jedoch die Kirchenversammlung zu Wien im Jahre Z339 die Begünstiger-der? Juden als Ketzer erklärt, kaum hatten die Pfaffen wieder , die Oberhand erlangt, als wiederum Judenverfolgungen begannen, welche durch die Züge der Geißelbrüder oder der Flagellanten durch Deutschland noch größere Nahrung erhalten. Die Flagellanten waren eine in Italien gestiftete Horde von Fanatikern > welche in den verschiedenen Ländern Europas unter ihren wahnwitzigen Fübrern einherzogen, sich bis aufs Blut selbst geißelten und geißeln keßen, Alles „zur Ehre Gottes wegen der fündigen Christenheit" — Eine große Anzahl derselben drang um diese Zeit in Frankfurt ein, nachdem sie schon Vorher in Nürnberg woselbst heute noch ein Platz, der „Judenbühl", die Leidensstätte der Verfolgten bezeichnet — die dortigen Juden hinaemordet hatten. In Frankfurt hatten sie jedoch keme wehrlosen Schlachtopfer gefunden, die sich wie Lämmer hinwürgen hergestellt und den Aufruhi die Juden gestillt hatte, konnten

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