Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1860)
- Date
- 1860-10-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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AM SK»Atka»5i^ Waid «ld ldtt St. Bcn^holomm^ inne snd Lebtm in Ruhe und Frieden mit und unte^ dm Bürgern. Die Nagellacken, an den schön gelegenen Häusern der Juden Austoß »nehmend, hetzten die christliche Einwohnerschaft und suchten cmf .alle mögliche Weise die Eintracht Mischen Jud' und Bürger M ßöret^l Me Bemühungen jedo^ scheiterten an dem -aesuuden, ftichliebenden Sinne der Bürg^ alle läppischen Borwaude MN Brmmenvergifwngen u. dgl. m^ fanden hier keinm Eingang, «yd fo mußten Geißler zur eigennr Gewalt ihre Zuflucht nehmen. -^ Bevor wir jedoch den Gan^ dieser Ereignisie schiideru, wollm wir den Bodm und die damalige Beschaffenheit des StadttheilS; auf welchem jene Begebenheiten sich zutrugen, etwas näher bS Auge fassen, wenn uns auch wenig Sicheres darüber zu Gebote Seht. — . . --^ - - Widern wir von der ,,Fahrgüsse", mit dem Gesichte der Mainbrücke zugewendet, rechts durch die „Fischergasse" nach dem -GaMchenplatze", so befindm wir uns auf letzterem inmitten der alten Judenstadt, die jedoch keineswegs, wie in späteren Jahr- Hinderten die Jüdengasse, von der übrigenZStadt gesondert war. An der Stelle, wo jetzt die Stadtwage (sog. „Butterwage^) sich befindet, stand in alter Zeit die Synagoge, welcher Platz daber noch heutzutage im Munde des Volkes die „Juddeschul", m uebenswürdig chemischem Dialette, benannt wird. Auch ist das kleine, einstöckige Haus, zu welchem einige kleine Treppchen neben jenem altm Brunnen hinanführen, rechts von der Stadtwage, noch ein sicherer Ueberrest der alten Judenstadt; ebenso daS Wirthshaus zum „Storch* in der Nähe, gegenüber vom sogenannten Pfarrthurm, der, wie wir weiter unten näher berichten werden, an der Stelle des alten RathhauseS erbaut ist, durch Urkunden als im vierzehnten Jahrhundert Juden angehörig sicher verbrieft ist; ebenso auch noch das Haus an der Brücke, die sog.„Brückenau." Der Judenkirchhof befand fich auf dem jetzigen Domplatze und dem Fifchmarkte.? Leider find die obm angeführten die einzigen Gebäude aus jener Zeit, worüber wir sichere Kunde haben, daß sie jüdischer Befitze» Eigenthum waren. Wären nicht, waS auch in manch anderer Hinficht sehr zu bedauern is^ bei dem großen Judendrande im Jahre 1711 alle Dokumente zu Grunde gegangen, so würden Wir wohl noch im Stande sein, das ganze Judenviertel damaliger Zek^nachweifen und darstellen zu können; auch für die Geschichte der. zweiten Judenschlacht, welche wir hier schildern wollen, würden fich mannichfache Aufklärungen erhalten haben. Leider ist über Kn. scmjw Gang der inneren Geschichte der Juden zu Frankfurt diS 1711 äußerst wentzLewHes mitzuHeilev. Mein auch dieses