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Der israelitische Volkslehrer · 1860-10-01 · Heft 10 (Oktober 1860) · page 4

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 10 (Oktober 1860)
Date
1860-10-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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»»»«t« d«t ««schichk Z07 / . ' ' - ' ia Kampfe lag mit dem geistig beschranktm Heidmchume^ strebteuteriUS feilte Anhänger, das Judenthum anzufechten. Wie heftig akr mußte erst diese feindselige Richtung sich kund geben, als die Heere des Christenthums gewappnet auszogen, um durch große, blutige Thakm an den Ungläubigm seine Aechtheit zu beweisen vnd seine Alleinherrschaft zu gründen! Mußte da nicht de? nächste Nick <mf die nächste Umgebung fallen, auf die unüberführbarm Gegner des ausziehenden Glaubens im Heimathlande, auf die Zugehörigen deS, den Einzigen Gott unerschütterlich bekennenden Zudenthums? - e - : . Die Juden hatten sich nach und nach aus Italien und dem Westen Europa's mehr in das Her; und gegen den Osten dieses Mitchells verbreitetem vielen bedeutenden Städten Deutschlands, am Rheine, wie in Worms, Main^, Speyer, Frankfurt a. M. n. hatü:n ste, zum Theil feit uralter Zeit, ihre Wohnfitze und zogen von da weiter gen Böhmen und Ungarn, wo sie schon vor den Kreuzzügeu mehrere Verfolgungen auszustehm Im Frühjahre des Jahres!V96 aber begannen jene Züge, deren erste Heldenthaten in schonungslosem Wüthen gegen ein schuldloses Volk bestanden. Vom Monate Mai bis zum August dieses Jahres dauerten, gleich einem anhaltenden Gewitter, die schauervollen Greuelscenen, welche nicht nur in übel geleitetem Fanatismus und blindem Glaubenshasse, sondern noch weit mehr in niederem Geldgeil und rohem Eigennutz ihren Grund hatten, der überhaicht im Mittelalter bei der Verfolgung der Juden fast immer die geheime Triebfeder abgab. — Ihren Anfang hatte die furchtbare Bewegung gegen die Juden, unter Anführung von Geistlichen, welche, um des Glaubens willen, die Lehre des Mordes Predigten, zu Trier genommen, wo die wilden Horden erbarmungslos Männer, Frauen, Greise und Kinder hinschlachteten. Dort tödtetcn jüdische Mütter im Angesichte der christlichen Krieger selbst ihre Kinder/um sie lieber — wie sie ausriefen— in einer, besseren Welt zu wissen, al5 in den Händen der Grausamkeit und des Unglaubens; in ihren eigenen Häusern verschanzten sich die Unglücklichen, nicht etwa, um dem Tode zu entgehen, sondern um sich selbst einander aus Verzweiflung zu tödten; Andere stürzten ßch mit ihren Familim in die Fluchen der Mosel oder in selbstbereitete Flammen. Dieselben Auftritte w ederholten sich in Köln, in Mainz, in Worms, in^ Speyer und vielen andern Orten ^- und gewiß. Wer es unternehmen wollte, alle jene Gräüelthaten einzeln aufzuzählen, ihm würde eher Zeit und Raum als Stoff M blutigen Darstellungm fehlen. — i .! > : Die Kreuzzügch neigten sich ihrem Ende zu; aber wie viel fchlt^ daß «it iAen auch das Ende der Leiden Israels gekommen 20*

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