Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 8 (August 1860)
- Date
- 1860-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Veit i» Irlich? große Rücksicht genommen haben. Wie kommt eS nun, daß man die Rollen so leicht verwechselt, daß der geschichtliche Jude ungtschichtlich, der Neologe hingegen mit wahrem Interesse geschichtlich wurde? soll dies etwa das Resultat vicliähriger Polemik dieser beiden Fraktionen des Judenthums fein, daß der Orthodoxe Reformer, und der Reformer Orthodoxe geworden? Die geringe Theilnahme, welche die conservative Partei bis jttzt an dem Unternehmen zeigt, deutet vielleicht darauf hin, daß es mk! der Theorie ein noch größerer Ernst ist: nicht einmal von einer solchen Seite Bibeln zu kaufen, die vom orthodoxen Glauben abwendig mächen will. Allein der Talmud weiß von einer solchen Logik nichts. So gut, wie sich Niemand scheut, Getreide zu kaufen von solches die es wünschten, daß das Brod hievon in ihrem Ofen gebacken werde, also dürste sich kein Orthodoxer scheuen, Missionsbibeln zu kaufen, wenn auch die Nissivuvgesellschast den Wunsch hegt, der Käufer möge das Wort Gottes so auffassen, und das Gesetz Gottes so deuten, wie sie; in solange in dem Drucke des Textes keine Fälschung vorwaltet, wird sich kein vernünftiger Orthodoxe von konfessionellen Wünschen, die eben nur Wünsche bleibeu^^'rren lassen. Es hat zwar Zeiten gegeben, wo sich die Rabbinen veranlaßt sahen, die Bücher der Gnostiker zu verbannen, weil diese mit de? Nomination Gottes sowohl, als auch mit dem Gesetze ihr Unwesen trieben, indem sie allerlei unjüdische Begriffe in diese absichtlich hineinschmuggelten; (8ab. 116. a.) H'PNX) 1^7» - sNSl21^'2V wiederum Zeiten, wo man solche Pentateuche, die von unbefugter Hand geschrieben wurden, nicht einmal für Haus und Schule zu verwenden für gut hielt, weil man besorgte, man könnte in der Synagoge zur öffentlichen Vorlesung sie benützen. 55 vea. 28l.) Und gleichwohl scheute man sich nicht, unverfälschte Pentateuche von den Samaritanern zu kaufen*), obwohl diese nicht minder als die Misstonsgesellschaft thätig waren, die orthodoxen Juden von ihrem Glauben abwendig zu machen; ja sogar nach Einigen durfte man ihnen Kinder zum Unterrichte anvertrauen. (X. Sara i S. a ) Auch ist es noch nicht entschieden,' ob die Gesellschaftsbibeln, welche in der Absicht geschrieben worden waren, damit Juden und Christen in den Schulen daraus Polemisiren könnten, nicht den Charakter wirklicher Heiligkeit an sich tragen. (Sab. ibi6.) s^v N'2N '21 NSV '2N - : 5-.«VN «5, s«?NpHl7s PS-Mt *) XaimoMei S. IMm 1, IS; vergl. Mtw 45.