Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1860)
- Date
- 1860-05-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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AvMchiw. WH zwischen Vorschriften, wenn diese nun einmal als Normgebend für das bürgerliche Leven hingestellt und trotz bürgerlichem Gesetz und Recht mit allen z« Gebote stehenden geistliche» Mitteln durchgeführt werden sollen, durchaus nicht gmSß. Dieses judenfeindliche Gebühren wird indessen nicht nur von de« bedeutendsten Organen der öffentlichen Meinung in Oestrich auf das Entschiedenste verurtheilt, sondern auch von eoncordatfreundlicher Seite wird es vielfach, mindestens als unzlitjs. mißbilligt, indem man besorgt, daß hiermit den Gegnern der erst noch in der Geburt begriffenen Coucordate die schärfste Waffe w die Hände gegeben werde. Die Erfahrung hat bereits gezeigt, daß diese Besorgmß vollkommen gegründet war. Warten wir nunmehr ab, ob und was die österreichische Regierung auf diese klerikale Herausforderung antworten wird. . S—d. Frankfurt, 14. Mai. Folgende aus authentischer Quelle fließende Nachricht ward uns heute mitgetheilt: In einer Audienz, welche ein Israelit« in Petersburg vor einigen Wochen beim Kaiser hatte, sprach derselbe seweaDank für die von dem Kaiser den Israeliten bisher bewiesene Theilnahme-und Kückßcht aus- Der Kaiser erwiederte, es sei ihm erfreulich, zu erfahren, daß seine wohlwollenden Absichten für seine israelitischen Unterthanen bei diesen die rechte Würdigung finden; allein, was er gethan habe, halte er für seine Pflicht, die er in vollem Umfange zu üben gesonnen sei. Die Israeliten hätten Kch bei allen Krisen des Reiches als so treue, vortreffliche und aufopfernde Bürger bewiesen, daß sie nicht nur das vollste Vertrauen verdienen, sondern eine endliche Entschädigung für die lange Zeit der Zurücksetzung erwarten dürsten'^verspreche sich auch ferner viel von ihrem Eifer und ihrer Ergebenheit und werde fie deßhalb in eine Lage zu versetzen suchen, in der sie jene Eigenschaften frei und unbeschränkt entfalten können. Auf die Frage, ob es »ohl gestattet sei, diese Aeußerungen zu veröffentlichen, antwortete der Kaiser, daß er diese Erlaubuiß ohne Bedenken ertheile; es sei ihm lieb, daß seine Tefinmmgen zu Gunsten eines so würdigen Theils seines Volkes allgemein bekannt würden. (F. I.) Karlsruhe, 14. Mai. Nächsten Mittwoch wird der Bericht des Abgeordneten Schwa^mann über die Petitionen von 66 jüdischen Gemeinden um Aufhebung des §. 58 des Bürgerrechtsgesetzes zur Verhandlung kommen. Dnselbe stellt den Antrag, soweit es sich um Verwand^ rechts in das Gemeindebürgerrecht und Ueberweisung der Entscheidung über die Bürgeranvahme handelt, die Petitionen mit Empfehlung, soweit um Gehrung der Freizügigkeit gebeten wird, zu geeigneter Berücksichtigung bei der neuen Ordnung des Gewerbewesens dem Staatsministerium zu überweisen. H Württemberg. Kochendorf, O. A. Neckarsulm. Die israelitische Gemeinde Sochendorf beging jüngst das Süjährige Dienstjubiläum ihre«, Schulmeisters Weil, der dort ein Vietteljahrhundert treu an Synagoge und schule wirkt. Der Jubilar sprach in der festlich geschmückten Synagoge i» Predigt üb« seine Wirksamkeit m tiefgefühlter ftommer Rede. Die Se-