Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1860)
- Date
- 1860-05-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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über bte Juden t» Endingm tc. 17? keine neue Sprache, ward den Einwohnern aufgedrungen; kein Feudalsystem drückte das Land, keine schweren Abgaben hinderte vm Handel, Vielmehr wurde ihm bei der genauen Verbindung der Ommaden mit den byzantinischen Kaisern, ein schöner Anal nach Konstantinopel geöffnet. Dieser Verbindung verdankte auch das arabische Spanien seine vorzügliche, selbst auch wissenschaftliche Aufklärung, und der Fleiß der Inden hatte gewiß keinen geringen Antheil daran. Wenn man nun bedenkt, was wir dea Arabern schuldig sind, wie sich der von ihnen auSge» streute Samen der Aufklärung, verbunden mit dem bald darauf durch Griechen aus Konstantinopel hembergebrachten helleren Licht, trotz den Stürmen des unduldsamen Religionseifers der Christen, erhalten, so wird man auch dankbar in diese Zeiten den durch die Juden verbreiteten größeren Handelsverkehr mit seinen wohlchik'gen Folgen für die Kultur flechten können. Wenn man ferner bedenkt, daß schon vor der Vertreibung der Araber aus Spa> men, unter den Merovingern und Karolingern, die Juden sich fast des ganzen Handels in Frankreich bemächtigt hatten, daß fie sich bald darauf über ganz Europa verbreiteten, da^ ungeachtet dieser Zerstreuung sie dennoch immer mehr Kultur als andere Völker hatten und dabei doch nichts als Handel treiben durften, so kann man sich das Uebergewicht im Handel über dw christlichen, damals so unwissenden Nationen, leicht erklären ^Bedenkt man endlich, daß im Mittelalter der Adel sich den Hatt^ del, wie jeden ehrlichen Erwerb, zur Schande rechnete, daß im w. und N.Jahrhundert die meisten Landleute von Europa tn der Leibeigenschast schmachteten, daß im i3. und den folgenden Jahrhunderten die unaufhörlichen Fehden den Fleiß und den Wohlstand des Städters sowohl als des Landmanns hemmten, so daß nicht nur allein aus Unwissenheit, sondern auch aus Furcht vor den Räubereien des Adels man sich in keine beträchtlichen Handels-Unternehmungen einlassen konnte, daß aber die Juden dennoch immer fort handelten, so kann man sich auch lhre Reichthümer erklären, die das reine Resultat ihres Fleißes vud der Umstände waren. — Diese Reichthümer sind eS voriuzlich, die sie zum unglücklichen Gegenstand deS Neides und °er Verfolgung machten, welche sie vom lt. bis ins 16. Jahrhundert unaufhörlich von Königen und Fürsten unter religiösem «orwand und von dem von pfäffischer Wuth entflammten Bolke zu dulden hatten, denn niemals hatten sie solche Verbre-: M begangen, wie ihnen der Aberglaube andichtete, als z. B. Bnmnenvergiften und Kreuyigen der Kinder :c. Allein die Raubet der Fürsten und der Fanatismus der Pfaffen hatten sie zu l?ren tzchlachtopfern bestimmt, sie wurden unter dem nichtigsten. t2