Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1860)
- Date
- 1860-05-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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jsH * Dvcha»dl«kgat d«S gtvßtn Käthes Botwand -sllerwSrtS getödtet und verbrannt. Jedes Physische Uvs glück/jede Seuche, jede HungerSnoth wurde ihnen zugeschrieben; lief ein Krieg unglücklich ab, so mußte ihre Verrätherei daran Schuld sein , sowie das sehr oft zu der Zeit der Kreuzzüge geschah; hatten die Fürsten und die Adeligen Geld nöthig/sg Vttßtsn die Juden es leihen, wollten diese dann ihr Geld wie. dMHabels so erklärte man die Schulden für ungültig-und ver. hanyt^.wohl gar noch obendrein die unglücklichen Gläubiger; das letztere thaten z. B. die Kaiser Karl IV. und Wenzel. Hein- AjchM, König von England, plünderte sie bis auf den^ letzteu HeLex-ous^ und Philipp IV. von Frankreich jagte sie alle zm tzand hinaus, nachdem er sie vorher rein ausgezogen hatte^ Diese Grausamkeit hatte doch wenigstens die gute Wirkung^ daß nun die in die Lombardei geflüchteten Juden die Wechselbriefe erfandm^ um dadurch einen Theil ihrer Güter aus Frankreich z« ziehen. In Deutschland sah man sie ordentlich als eineFmanz- Plelle iM^fi^ mußten ungeheure Abgaben geben, und gehörtes ganz.dem Kaiser zu, der sie, barbarisch genug, seine Kamnurknechte nannte/ Das .behauptete Karl IV. ausdrücklich, und überließ sie Anno L349 mit Leib und Gut der Stadt Frankfurt, vm 15,<M.Pfund Heller. — Ja man trieb die Much gegen sie ftl weit, daß man ihnen den Wahnsinn Karls VI. Königs von Frankreich zuschrieb, weßwegen alle, die nicht Christen Werves wollten, daS Reich verlassen mußten, l-iz .Wem blutet nicht das Herz, wenn er in unserer Geschichte Utst, wie unmenschlich sie auch in der Schweiz verfolgt wurden? : Anno 1349, gab man ihnen die damals schreckliche Pest schuld, sie mußten an vielen Orten den grausamsten Tod leiden. In Basel wurde die ganze Judenschaft in einem hölzernen Hause lebendig verbrannt. Herzog Albert mußte wider seinen Willen 800 Juden aus Kyburg in die Flammen liefern; in Zürich, der damals aufgeklärtesten Stadt Helvetiens, wurden sie auf ihre eigenen Kosten verbrannt und alle ihre Schuldforderungen an die Bürger vertilgt. Demungeachtet nöthigten die Bedürfnisse der Stadt und ihres Handels die Zürcher schon fünf Jahre nachher, der Judenschaft neue Schirmbriefe zu geben, und einige Jahre spcktet schämten sie sich gar nicht, von den so sehr verachteten Juden' wieder Geld zu leihen zc n , l Jch kirnte noch mehr Tbatsachen anführen und meiner Rede »Och em vorzügliches Gewicht geben, durch die Zergliedern»? de» berühmten Reüchlinischen Judenstreites, dek die Pfaffen sus Habsucht und Fanatismus angesponnen hatten, welcher aber glücklicherweife eweGelegenheitsursache zum großen Kamvfe für die Wahrheit gegei, die Mönche ward> einige Jahre vor der Referat