Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4 (April 1860)
- Date
- 1860-04-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3129675-3129731-3129736--3126-3130415- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
..^HMcha». zßS . ^ie D« GlauSenShelden aber zn gedenken und ihren GlauSenSmuth den u als Muster vorzuhalten, geschieht von allm Redestätten und soll und!; darf geschehen, in sofern nur damit keine gehässige Gesinnung gegen Änders-!Z Mbende verbunden wird, und von diese? ist meine Rede so fern, als die Mamsche Zeit vom finsteren Mittelalter. — Insbesondere aber erachtete H ich es als unerläßliche Pflicht, gerade in Gegenwart vieler hochgestellten Nicht-! hellten, auf deren Urtheil wir ein ganz besonderes Gewicht legen, von der j 55Le des Glauben? und de? Freude des religiösen Lebens zu reden, wovon ß die alte Zeit durchdrungen und gehoben war und vabei zu beurkunden, wie 1 LelcheS auch von den Lehrern des Judenthums in der Gegenwart gewürdigt svd zu erhalten gestrebt wird. Denn das Borurtheil — da als Lob. dort j als Tadel, beiderseits aber irrthümlich — wird gehegt und oft ausgesprochen: das rechte Judenthum sei nur dort zu finden, wo von keiner der thurmhoch! hinauf gegipfelten Observanzen abgelassen wird; wir Anderen seien keine rechtes Juden mehr, und die Rabbiner der aufgeklärten Gemeinden seien „Res, Z kges", die auf eine Lossagung von allem positiven Glauben und aus Ver- L sischung aller charakteristisch - confessienellen Ausprägung hinsteuerten. Die Erbauung neuer Synagogen ist von Seiten der Gemeinden und der Inhalt l »üsner RcligionS-Vorträge von Seiten der Rabbiner die beste Widerlegung jenes ü>orurthei!s. Darum aber muß^ auch ein Rabbiner der Neuzeit, gerade j ser des Augen christlicher Zeitgenossen, Zeugniß geben, daß das religiös« Leben d^ulten Zeit' in ihm noch lebendig und urkrästig pulsire; daß er? Läuterung, nicht Verflachung jenes heiligen Stromes wünsche, der von den 1 Höhen einer sturmumtobten Vergangenheit, wo Staub und Gerolle jeder Art 1 seine Fluthen trübten, zu den klärenden Niederungen der Gegenwart majestä-! tisch und segensvoll strömt.? Diese Gedanken und Rücksichten haben mich bei Abfassung meiner Gin- , weihungsvredigt klar geleitet; und wenn nun noch dazu gerechnet wird, daß miue beiden Festpredigten als Eine beurtheilt werden wollen, daß ich j Abends, aus einer Pletät. die ich für geboten erachtete, das schauerlich große Bild der alten, und Morgens, aus demselben Gefühl heraus, das hcffvungsfreundliche Bild der neuen Synagoge vorführte, die sich, wie Licht und Schatten, zu Einem Gemälde verbinden und ergänzen — dann werden, sie ich erwarten darf, ein günstiges Zeugniß für sich und für mich meine Reden ablegen, von denen, wie ich hoffe zu Gott, einst die Welt urtheilen wird, daß ich in dem heiligsten Momente meines Lebens mein innerstes Fühlen vnd Denken nicht verläugnet, sondern, ohne Jemanden verletzen zu wollen, Gott und der heiligen Sache, der ich mein Leben gewidmet, die Ehre gegeben habe. LS. München, im April 1860. Das Fest, das unserm Stamme^emst^die Mheit brachte, wirkt noch jetzt nach taufenden vor Jahren in ungeschwächter kast aus die Herzen seiner Bekenner. Mag man über '2V *1 denke» die Sie oder wie die Andern; in der höher» Bedeutung der AuSzugsfeie?,. und ^Anerkennung alles dessen, was sie Erbebendes hat, denkt und fühlt jeder ^Slaeiite gleich. Diese Ideen werden in mir wach nicht nur wegen der Nähe ees Festes selbst, als vielmehr durch das Feuilleton des Correspondenten v. T. s Deutschland, das dieser Tage den Vortrag des Professor Bluntschli dahier .rs^te. gehalten im chemischen Hörsaal«, m? Cvclus d« Liebig'schen Vorle, Mges, »be? Bskenntnißfreiheit. Nachdem der geehrte Redns? Älau^enSfrtlhÄ! Freiheit des Bekenntnisses definirt,^erstere als einen moralischen Begriff v»d ,ur letztere als eine jener äußern Erscheinungen bezeichnet, die dem Rechte «vheusfsllen, wich er die Frage auf: wie ift die Beksnntnißfreih^it in die Welt *) Kleinliche Speiseverbole am Pesach." Uebersetz. d. Red. L. S.