Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4 (April 1860)
- Date
- 1860-04-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
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- Lnö M'MM'zu ihrem' heutigen 'Rechte' geV6nmen5 Ä»' ber^ BeantworwZ Wer Kage wirb in betehrender Weise durchgeführt, wie uch? heuriger Rechtszustand in zweinln Boden wurzelt, im römischen und in dm üerwanischen alten Rechte, wie di^. Freiheit des Bekenntnisse? durch alle Phase? vier Geschichte" bis auf die heutige Zeit geführt wurde, ws gegsnwänig rem jdvilifirtes Land mehr ist, ws nicht jeder feinen nmern Glauben auch laut?e?erinen vörfte, ohne irgend welche Rechtsnachtheile befürchten zu muffen. Ez Mre, namentlich für un5?Zraetlten sehr zu wünschen, daß diese Behauptung ^ahr sei, aber der geehrte Autor muß als Schweizer wissen, welche Rechtztiiachtheile da5 indische Bekennwiß in seinem Vaterlande noch weit mehr als Aden deutschen Ländern erfährt, ebenso wie in Schweden und Italien, wo aüch christliche Bekenntnisse den Kelch der Unduldsamkeit zu kosten haben, im» diese Behauptung Lügen strafen. Es find^aber noch weit erheblichere Auslasjunäen, zu treten. Bon den Römern' gibt derselbe an, wie höchst duldsam sie in Glaubenssachen waren, odschok ein sehr religiöses Volk, so daß sie sogar die Götter der unterworfenm Kölker in ihr Pantheon aufnahmen, und sie gewähren ließen, wenn nur de! höchste römische Gott Jupiter und die höchste römische Macht der Kaiser ateich die höchsten anerkannten Autoritäten blieben. Dann heißt es weiter? ^Nür'Eines konnte sich auch mit diesem toleranten Grundsatz nicht vertragen: Das Polt der Juden und die Religion des Moses. Schon in dem Erziehunzztzta» dieses Volkes lag es, sich von allen andern abzuschließen, sich fern zu ^Meti,'vor aÄem Heidm Abscheu zu hegen; der tiefe Zug von Unduld- Krakelt, der durch die ganze jüdische Geschichte geht, zeigte sich auch da." "'" Diese'Bemerkung ist eben so überraschend als. historisch-unrichtig. Wenn unter Anduldsamkeit der Eifer bezeichnet werden wollte, womit Moses bedacht wsr, ^ein LoÄ von den damaligen heidnisch abzusondern, so gestehen U»ir d:eseS gerne zu, denn das lag nothwendigerweise im Prinzips. So weniz Wahrheit m^ vdl L so wenig kennte der Cultus der reinen-Getk^ lehre mtt dem der heidnischen Völker sich verbinden, oder wie später weniger l^hKge Bekenntnisse heidnische Gebräuche in seine GoLLesverehrung auf» nehmen. Wenn aber unter Unduldsamken, mit weit nchtigerer Definition, die schreiNichen Verfolgungen bezeichnet werden müssen, wie sie im christlichen Uütelatter und namentlich gegen die Juden in allen erdenklichen Martern Aeubt wurden, und in anderer Weise noch heute gegen fie durch Verkürzung rhrer bürgerlichen und politischen Rechte geübt werden, so trifft dieser Vcrjvürf M. Lehre Moses gewiß nicht, ja der alte Gesetzgeber konnte für die Gegenwart noch als Muster'dienen, der seinem Volke in seinem Verhältnis zum Nichtisraeliten einschärft: 4. Buch Cap.9. Vers!4. „gleiche Satzung sei für euch und für den Fremdling unter euch." — Doch der Vortrag ivar ein harnu loser,.und wie gesagt anziehend und belehrend, dem man gerne mit Inleresse solgt, n»^^ „Es ist nun die Aufgabe des moderne» Staats das ewige Recht derBekenntnißsreiheit in die feste Form eines menschlichen: Rechts zu fassen und zu schützen; unsere Pflicht aber, ihn in diese: Aufgab« zu unterstützen und zu vertheidigen und dies köstliche Kleinod zua Tege« d« Menschheit unfern Nachkommen zu bewahren'.* so stimmen wir freudigst dazu? nnk schließen mit einem andächtigen »Amen!" Sicherm Ver, «hmen »ach befindet sich eine größere und selbständige Arbeit des geehrtes Autor» über Juden unter der Presse, was uns demnächst zi» einem weiter? ReferateÄel^enh-it gebe« wird.—Schließlich noch die Bemerkung, wie s-ht Kch Ihre» zehsreichen Verehrer dahier sehnen. recht baldigst eine ausführlich« Beschreibung der Einweihungsseier des dortigen Temvel» snd der, von Jhss dabei gesprochenen Worte in diesen geschätzten Blättern ju lesen. . K-