Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4 (April 1860)
- Date
- 1860-04-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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-1 Rnnhschaü. A^s Wchstenliebt^ asd verklärender Heiligkeit keiner anderen Religum nachstehe,? p daß alle Zuhörer gerufen hätten: ja! hierin find wir eins und einig '. Das hatte man erwartet ^— dafür hörte man eine specifisch jüdische Prt- ^tdie Stimmung und Verstimmung bei Vielen sei daher erklärlich.^. Mein sollte ich, der ich — was sonst meine Sache nicht ist — diese Z Predigt , ihrer Wichn'gkeit wegen, vor deren Abhaltung Wochenlang vorbe» mtet und fertig in meinem Pulte liegen hatte, sollte ich jenen Umstand nicht Z! erwogen und sorgfältig bedacht haben? — O gewiß habe ich es'. — Der - ' vahe gelegene, so leicht zn erringende Beifall wurde von mir wichtigerem «nd! ' bedeutenderen Erwägungsgründen nachgestellt, deren Beachtung einer tiefer- 1 gehenden, wenn auch ferner liegenden Zustimmung sicher und gewiß sein darf. - Ich bin mir nämlich tief bewußt — und es ist dies mein höchstes Glück, z die kostbarste, unter vielen äußeren und inneren Kämpfen gesicherte Errungeuschuft eines, den höchsten Gütern Israels und der Menschheit nach Kräften i hingegebenen Lebens — ich bin mir bewußt, in mir den innigsten Anhänge? 51 des ZudevthumS, der an unserer heiligen Vergangenheit mit allen Fasern semes Herzens hängt und jeden Schmerz aus unserem, nach Jahrtausenden ^1 zahlendm Martyrium innigst mitfühlet, in Einklang gebracht und versöhnt zu haben mit dem wärmsten Anhänger des allgemeinen Menschenthums, der auf die unausbleibliche Einigung und Verbrüderung aller Völker und Menschen so^ sicher wie auf Gott hofft und jede hohe Freude deS/ für eine scho- »ere Zukunft unseres Geschlechtes begeisterten Menschenfreundes im VoraüS vitempfindet und genießet. Es redet nun bald der Eine, bald der Andere verwaltend aus mir heraus, aber nie getrennt; denn Beide sind eins in mir ich fühle mich. Gottlob! eins und glücklich in Hnen. Wohl aber kann der Zuhörer, je nachdem meine Rede das Eine oder das Andere hervorhebt, auf einen Moment an mir irre werden und denken, entweder: „das ist ein Lichtfreund, der gewiß alles speeisische Judenthum aufgegeben; sonst könnte ermcht so allgemein menschlich, so »freisinnig« sprechen", oder: „das ist sä »ech ein eingefleischter Jude, der gewiß noch voller religiöser Vorurtheile steckk; sevst könnte er nicht so specifisch-jüdisch reden!" — Ich muß mir das gefallen lassen; Wer mitwirken will an der großen, aber schweren Aufgabe, Vergangenheit und Zukunft zu versöhnen, die heiligsten Güter aus der einen in die ndere retten zu helfen, der muß auf Verkennung gesaßt sein. Dasselbe haben ja auch die Propheten erfahren, welche Juden und Menschen, beides i» höchster Potenz, waren. Weit entfernt nun , mich mit so hohen Muster« zusammen zu stellen, dürfen und sollen sie doch unsere Vorbilder-sein- Sie wellten das Judenthum verklären, aber nicht zerstören und in einige allge- «eine Sätze verschwimmen lassen. Auch ich bin kein Freund vom Nivellire» M Gleichmachen der Konfessionen, sondern daß sie naturwüchsig,1ede aus 5ch selbst heraus, sich zu den höchsten Ziele» und Aufgaben der Menschheit "tfatten und erheben. — . , -.^ Wie hängt Dieses mit meiner EinveihungsprediKt zusammen? - Auf's Innigste! —_- ,_^..^ . ... - .'/-.'^