Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4 (April 1860)
- Date
- 1860-04-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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.,5 K^«e^m^M^^.^,.-> 20 Jahren den Inden die Mfnahme. bewilligten ^werden, .^i SbleguuA ihres Eides so; ganz besondere Formeln beobachtet, daß man pirklich daraus schließen muß sohl), daß sie,sich durch einen blos gewöhnlichen Eid nicht verpflichtet haltend So nmß ^B. m Westpreußen der Rabbiner -jjegenwärtig sein, wenn eiy Znd den Eid ablegt; so muß qn einem andern Ort, dem Jud, der den Eid. schwören soll, das Buch Torah vorgelegt, und ip demselben das dritte Buch Mose Leviticus am 26. Kapitel aufqeschlagen werden; er bedeckt sein Haupt und setzt die rechte Hand bis an den Ballen an den 14. VerS*) und legt, nach einer langen Formel den Eid ab. Unter anderm muß er insbesondere schwören, daß dieses Buch, worauf er die Hand legt, das rechte Buch sei; er muß ferner namentlich schwören, daß er über diesen Eid keine Erklärung, Auslegung, Abnebmung oder Vergebung weder von Juden noch andern Menschen jemals Verlangen oder annehmen wolle. Dies letztere kam daher, daß ße insgeheim zum Rabbiner gingen und bei ihm gegen den Eid xrotestirten oder auch wohl nachher die Protestation nachtrugen Ich kann mir doch nicht einbilden, daß in solchen Staqten, die schon vor lindern Republiken Juden aufnahmen, diese Vorsichtsmaßregeln und beschwerliche Formeln eingefübrt worden wären, wenn nicht die jüdischen Religionsgebräuche diese zur Nothwendigkeit machen würden? Gesetzt nun, ein Jude hält sich gewissenhaft an diese Formen, so ist jeder andere Eid nach seiner Meinung nicht verbindlich, den er nicht unter Beobachtung dieser Formen ablegt. Es werden vielleicht einige unter Ihnen mir den Vorwurf, wenn sie ihn auch nicht sagen, bei sich machen, daß ich über diese Sache lieber an mein Herz als an die Bücher hätte appelliren sollen?—Ich bao's geihan, Bürger Repräsentanten, und mein Herz zu Rath gezogen; es schlägt .zuerst für die vielen armen, unglücklichen Familien im Lande, für unsere zanze bürgQ'liche Gesellschaft, und dann erst, für Fremde **5> -^ "--' - >^ ^1 m *) Das ist die ^oekaebä«, das, Fluchcapitel. Red. . < j - **) ist in der Tbat merkwürdig,- mit welcher Keckheit dergleichen rügen ausgestreut wurden und noch werden! — An dieser ganzen Relation Mmchts wahr, als daß ein Jude vier Eide schwören mußte: i) daß der ^entateuch. auf den er schwört, ächt sei: S> daß er wahr schwören w^lle; ^oen ngentlichm Eid und 4) daß er den Eid auch halten wolle! — So mybrauchte man die Heiligkeit de? Eides! — lVerql. eorp. jnr, pudl.von Schmauß S. 402. 678.) — Unserer biefigen Stadt gebührt der?uw, unseres Wissens als der erste Staat in Deutschland' den Eid mbrs Ms^o mit Stumpf und ^tiel bescitist zu haben. ^- L. S. . l! ' M ose^, warum hast du in deiner Republik die Fremdlinge, Gerechtigkeit und Wohlthätiakeit betrifft, obenan gestellt und dieGltlchheit Aller vor Gott auch auf sie ausgedehnt! —2. B. M. 23, 9. 15 i . le.l — N.S4, l9.'29, lS. ' L. S.