Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3 (März 1860)
- Date
- 1860-03-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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M Wh»k,st«ft. 18. Nsch em Wort über die „Bidelanstalt"*). ' (Von einem norddeutschen Rabbiner s ' A...den 22. Februar 1360. Wenn unfern Glaubensgenossen oft nichts mehr zum Vorwurf gemacht wird als Unbescheidenheit und Anmaßung, so verdient es schön in dieser Beziehung dankbare Anerkennung, daß der Herr Redakteur (L. S.) im 9. Jahrg. des Volkslehrers S. 404 die Selbstvergötterung des Herrn Philippson brandmarkt, zum Zeugniß, daß doch auch unter den Israeliten selbst das grenzenlos anmaßende Gebühren des Herausgebers der Zeitung des Judenchums nickt gebilligt wird, welcher durchaus sein Blatt und seine Werke als das vos'. plus ultra alles wahren Verdienstes um Juden und Judenthum betrachtet wissen will. Was mögen aber besonders jene ausgezeichneten christlichen Gelehrten und Bibelkundigen, welche die Bibelübersetzung des Herrn Philippson gar wohl zu beurtheilen verstehen , davon denken, wenn er dieselbe als das Gediegenste und Beste auf diesem Gebiete zur allg em ein gllti gen Bibel der Synagoge zu erheben sich anmaßt! Auf welch' tiefem Standpunkte der biblischen Wissenschaft und der orientalischen Sprachkenntniß und, was noch mehr, von welch' religiöse? Gleichgültigkeit muß in ihren Augen?as heutige deutsche Rabbinerthum erscheinen, wenn nicht bloß das gedankenlose, unwissende, durch die Charlanterie leicht bethört werdende Volk, sondern selbst seine Geistlichkeit sich verleiten läßt, jene Erhebung des Philippson'schen Werkes zur einzigen Autorität im deutschen Israel zu unterstützen! Fürwahr, eine bedauernswerthe, für das Judenthum nach Außen wenig ehrende, nach Innen höchst bedenkliche Erscheinung! — Als die Idee der nothwendigen Verbreitung wohlfeiler Bibeln für und von Juden von anderer Seite zuerst auftauchte, bekämpfte sie Herr Vr. Philippson selbst in der Zeitung des Judenthums, vermuthiich weil die Idee nicht von seinem „Ich" ausging und deren Realisirung für seine theure Bibel eine gefährliche Konkurrenz besorgen ließ. Bald aber kam er auf den Gedanken, feine Bibelübersetzung ja ausschließlich zum Erbtheil der Gemeinde Jakobs und zur Bereicherung und Verunsterblichung ihres Verfassers verbreiten zu können, wenn daS liebe Publikum vorerst nur für eine sogenannte „Bibel- *) Eo unangenehm es ist und bleibt, Polemik zu führen und fortzusetzen,!o touuten wir doch nicht umhin, im Interesse der heiligen Sache, obiges Urtheil, von competenter Seite, zu? Bestätigung unserer Anficht auf- MchVes. "— L. S.-----