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Der israelitische Volkslehrer · 1860-03-01 · Heft 3 (März 1860) · page 28

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 3 (März 1860)
Date
1860-03-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Die Richtung der heilige» Lade.!07 l welcher mich hierauf aufmerksam machte und sich mit wahrem! Eifer und heiligem Interesse auch dieser Sache annahm, ver; den Plan und eine Zeichnung der betr. Himmelsgegenden anges ftrtigt hatte, ergab sich ein für die Sache günstiges Resultat. — - Nach der bestimmten Erklärung des Architekten nämlich, wovon! auch ich mich überzeugt hatte, "könnte, wenn die Synagoge in! nordöstlicher Richtung erbaut würde, der Plan vollkommen ausqeführt werden, der Eingang von der Straße aus sein, die Synagoge von allen Seiten das Sonnenlicht erhalten und würde alsdann als Musterbau für andere kleineren Synagogen dienen können; hingegen nach der Richtung der alten Synagoge würde der Plan nicht ausgeführt werden können und die Synagoge einen haßlichen Eingang von der hintern Seite und nur wenig Sonnenlicht haben. Auch behauptete er, daß bei mehreren alten Synagogen, wie bei denen in Trier und Worms, er wahrge« nommen habe, daß in diesen die beilige Lade noch mehr nordöstlich liegt, als seine Zeichnung angibt^). Ich trug daher kein Bedenken zu erlauben, die neue Synagoge nach nordöstlicher Richtung zu erbauen. Denn unser Gebrauch, uns beim Gebete gegen Osten zu wenden, und somit auch diese Richtung der heiligen Lade, gründet sich auf die Beraitha im Thalmud keraelwtk 30, a, in welcher es heißt- „Die außerhalb Palästina (s^tt? ^1N2) Wohnenden sollen sich gegen' Palästina beim Gebete wenden, somit die in Westen nach Osten." Dieses ist auf uns anwendbar, da wir westlich von Palästina liegen. Siehe Rosch, Tur und Rema (Schnkchan Aruch Chaim l^ap. 94, 2). Nur soll die Richtung de? heiligen Lade nicht ganz nach Osten sein, wegen der Sectirer tO'H'O) nach der Ansicht des Rab Schescheth (s. Thalmud kskü-kgikra ö. 25, a und den Rema an der angeführten Stelle.) Dieses befolgte man denn auch allgemein und allenthalben. Und wenn auck, nach der Anficht des Lebusch (s. die Zeichnung im Alaxen ^bpatiam an der angeführten Stelle) die Richtung der heiUgen Lade vorzüglich eine südöstliche sein sott, weil wir 1) nach Nordwesten von Palästina liegen und somit uns ganz direkt nach Palästina wenden würden ss. Leer ttsxole ^ur Stelle) und 2) hierdurch der Ansicht deS Rabbi Josua ben Levy (kaba Latkra an dieser Stelle) entsprechen (s. ll-ZAakotk äseker zur Steue> — so ward doch hierauf häufig keine Rücksicht genommen, sondern hauptsächlich nur beachtet, daß die Richtung nach Osten sei, wenn sich solche auch nach Norden neigt, wie solches viele alte >. « 'V ' , l,.>> Es ist dieses auch 5n der alten Synagoge zu Frankfurt a. M. de? Fall gewesen, deren Richtung bei unserem Neubau beibehalten wurde. L. S.

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