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Der israelitische Volkslehrer · 1860-03-01 · Heft 3 (März 1860) · page 24

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 3 (März 1860)
Date
1860-03-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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j z Geschichte «veS jüdische» Wedhost. 4YZ ' fügigsten Belang, um nur feiner Freude am Processen Genüge! leisten M können. Ich erfuhr später, daß dieser Prozeß schon Jahre lang gedauert, die dritte Instanz schon erreicht und schon bedeutende Kosten verursacht habe. — Im Jahre 1848 machte der aufgeregte Pöbel, theilK aus communistischem Gelüste, tbeils aus vorgeblichen Rechtsansprüchen, weil der Wald, in welchem sich 1 der Friedhof befindet, ursprünglich städtisches Eigenthum war, i ebenfalls Miene, die Art an die Bäume desselben zu legen. 1 Die eingerückten Preußen machten diesem Gebahren bald ein Ende, j Mit dem Jahre 1849 und 50 war der gesetzliche Zustand im Lande wieder hergestellt; aber die Bäume auf dem Friedbof hatten den Sturm noch nicht gam überstanden. Nun trat der Gemeinderath, mit dem Bürgermeister an der Spitze, auf, und machte dieselbm Ansprüche auf die Bäume geltend, als ursprünglicher Eigenthumer des Waldes, in welchem der Friedhof liegt. Er machte uns Vergkeichungsvorschläge, wir wiesen sie alle zurück, uns auf den langjährigen Besitzstand berufend. So blieb die Sache lange schwebend, kein Theil wollte die Sackc zum entscheidenden Austrag bringen. Ich aber wollte aus folgenden Gründen die Sache zum Austrage gebracht und die Art an die Bäume gelegt wissen: 1) Ist 2*? N^>NQ NIU'IVV N*?NN jede schwebende Sache ein nagender Wurm: ich wollte also entschieden wissen, ob Fremde in profaner Abficht unseren Friedhof betreten und möglicher Weise dort so bandthieren dürfen, daß die Ruhe der Tobten dadurch gestört wird. 2) Gereichten diese Bäume dem Friedhofe nicht sehr zur Zierde, im Gegentheil fie verunstalteten denselben auf mehrfache Weife und brachten noch den Nachtheil, daß die abfallenden Eicheln stets neues Hol, trieben und das Gan;e so verwildert wurde, daß man bisweilen nur mit dem Bei! in der Hand sich einen Weg zu den Gräbern brechen konnte. Nicht blos'die Anverwandten, beinahe die meisten Begleiter kamen mit zerrissenem Gewand lnip^), nur unten statt oben, von dem Leichenbegängnisse nach Hause. Das war gewiß ein Mißstand, der Abstellung gebieterisch verlangte, aber nur mit den Bäumen selbst beseitigt werden konnte. 3) Der Friedhof war so ziemlich vollständig belegt, es konnte bei der früheren Unordnung, mit der man die Gräber anlegte, kein Platz für ein neues Grab gefunden werden, ohne daß vorher einige altere unerkannte Gräber mit dem Spaten aufgewühlt waren. Ein neuer Friedbof, oder die Vergößerunq des alten war dringendes Bedürfnis. Aber dam fehlten alle Mittel. Die Gemeinde ist, wenn auch zahlreicher als in früheren Jahren und unter Gottes Segen zu Wohlstand heranreifend, noch nicht stark genug, neben dem laufenden Bedürfnis für Synagoge und

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