Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3 (März 1860)
- Date
- 1860-03-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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ßHz Geschichte ^es Msche« Friedhofs. hervorbringt > daß den Juden das Aktivbürgerrecht bei uns nichj sogleich ertheilt werde? Wir werden nachher das Nähere darübe, entwickeln ttachten. . ..>-. ... . (Fortsetzung folgt.) , '-'^ - ' '! ' .' - »1^ ', ' ' . ' V ' ' ' ' " ' ' ' - 16. Geschichte eines jüdischen Friedhofs. ' (Aus Meisenheim.) Wie alt der hiesige Friedhof ist, konnte mir dahier Keine? sagen. Der älteste ^tein auf demselben weist ein Alter von 135 Jahren nach. Viel älter scheint er auch uicht zu sein, denn die älteren Pfalzgrafen zu Zweibrücken, aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts, denen die Stadt und Umgegend gehörte, duldeten keine Juden in ihren Landen. Aeltere hiesige Einwohner berichten mir, daß kurz vor der französischen Revolution nur ein jüdische? Metzger sein Gewerbe hier treiben durste. Die Gemeinde bestand damals nur aus einigen Familien und hielt ihren Gottesdienst in einem Miethlokale ab. Im Jahre 2"OPN (1802) wurde das, jetzt noch dazu dienende, aber längst zu eng gewordene Gebäude, zu einer Synagoge umgewandelt. Erst Schinderhannes, berüchtigten Andenkens, von dem unsere Greise noch Manches zu erzählen wissen, fegte die auf dem nahen Hundsrücken zerstreut lebenden Juden zu einem erklecklichen Häuflein dahier zusammen, weil sie auf dem platten Lande vor ihm nicht sicher waren. — Wie die Gemeinde den jetzigen Friedhof erworben, ob durch Kauf oder Schenkung, ob er überhaupt ihr Eigenthum sei oder ob sie blos das Recht habe, ihre Tobten dort ruhen zu lassen, darüber gibt kein Dokument irgend welche Auskunft. Langjähriger Besitzstand ist ihr einzige? Rechtstitel. Als ich, mit den Gemeinde-Angelegenheiten noch völlig unbekannt, im Jahre, N'-iN fZ845) meine Antrittsrede gehalten und das Thema: „Der Werth des Friedens" behandelt hatte, erhielt ich am Sonntag darauf von einem der reichsten christl. Einwohner dahier einen langen, in den fteundlichsten Ausdrücken geschriebenen Brief, dessen Inhalt in Kür;e darin bestand, mir zu sagen, er wolle den Frieden unserer Tobten fortan nicht mehr stören und auf alle bisher gemacbten Ansprüche an das auf unserem Friedhofe wachsende Hotz freiwillig verzichten, auch alle bisher aus diesen Ansprüchen erwachsenen Prozeßkosten allein tragen. Ich, als Fremder, war über dieses Resultat weniger erstaunt, als die ganze hiesige Stadt, die diesen Mann als cinen so prozeßlustigen kannte, daß man von ihm behauptete, n kapfe sich für theueres Geld Prozesse vom gering-