Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3 (März 1860)
- Date
- 1860-03-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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i? ^:SejchmH?r OegMyftrt. 9S Luthers als in der der philosophischen Dogmatiker, die Freiheitslehre dex Offenbarung ausgeschlossen ist, eine Konsequenz der philosophischen Dogmatil, vor welcher den Katholizismus ein guter Geist bewahrt bat. Deßhalb hat denn auch dieses Dogma sich das Offenbarungselement der ethischen Seite mehr angeeignet, als der Protestantismus, der besonders in Luther und Wicklef, eine Entsetzen erregende Denkconsequenz befolgt hat. Denn die reine Idee der Freiheit findet einzig und allein ihre rechtmäßige Stelle in der unverfälschten Offenbarungslehre des A. T. Deßhalb muß auch, in Bezug auf sein Festhalten an der Zreiheitsidee,^dem Katholizismus der überwiegende BorzuA zugestanden worden, selbst vor dem Unitarismus Englands (v. I. Priestley eigentlich gegründet), weil dieser noch ander lutherischen Prädestination, und Unfreiheit des Menschen festhält. Dieser Vorzug ist dadurch so relevant, weil er unmittelbar ins Leben emgreift, und die Würde, wie das Wesen, unserer Gattung bestimmt. Das lutherische Buch 6e servo arbitrio übertrifft an haarsträubende? Vernichtung des göttlichen Geistes im Menschen, Alles, was je aus der Feder eines Voltaire geflossen ist, Herr Pastor Mall et in Bremen mag sich stellen, wie er will; mag weinen oder lachen; fluchen oder segnen! Hiermit glauben wir denn, das, was von Hrn. Renan als Verdienst Israels so hoch angeschlagen wird, auf sein richtiges Maaß gebracht zu haben. Aber wir wollen dabei nicht unterlassen, dem wilden Pfropfreise die Worte des Heidenapostels in Erinnerung zu bringen, daß es sich nicht überheben und den Stamm des Oelbaumes, auf den es ein göttlicherGärtner hat pfropfen wollen, verachten oder sein kleines Verdienst gar zu gering anschlagen möge! Denn diese Operation des großen Gärtners ist noch immer nicht so gelungen, daß man ihr vertrauen könnte. Noch bis auf den heutigen Tag will dem Heiden die große Lehre einer „Schöpfung aus Nichts", derKernpunkt aller Offenbarung, nicht in den Sinn und sein: Aus Nichts wird Nichts! nicht aus ihm heraus. Der heilige Justinus selbst hatte ihn nicht erfaßt; denn er lehrte noch: „veum vmnis ex intormi materiaereassv", also: die gleich ewige Materie. Leibnitz, der christlichste aller Philosophen,der Vertheidiger der Ewigkeit der Höllenstrafen, und Vertreter der TrinitäSlehre gegen die polnischen Brüder, speciell gegen Andreaö WissovatiuS, den Hauptapostel desSocinlaniSmus, konnte noch, trotz aller Dringlichkeit, dem altheidnischxn Lehrsatze von einer „Macht Gottes zwischen zahllosen, ihnrvorliegenden, Welt- Playen, den besten auszusuchen", das.Wort reden, ein^