Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3 (März 1860)
- Date
- 1860-03-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3129675-3129731-3129735--3065-3130353- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aeichw der Seg<vwatt. ihre Denkprodükte, wie ihre Einbildung sie erzeugte; und in konkre- .wl^FHrnlnr der Sinnlichkeit, wie sie, mit Einem Worte, ihre gestaltende Einbildungskraft nach außen projicirte und zur Anbetung Zustellte. Was Herr Renan dem Stamme der Semiten zu Mte schreibt, das was den Inhalt unserer heiligen Schriften lbildet, ist eitt offenbares Mysterium seinem Ursprünge nach, und Dort solcher Art, daß eS nicht allein kein Produkt unseres naturgemäßen Denkvermögens sein kann, sondern daß es vielmehr diesem, als ein durchaus Mitgeteiltes, und da;u als ein solches erscheint, das ihm widerstrebt, zu dessen Erfassung es Kch selbst Röthigen, zwingen muß, weil in ihm das liegt, was der große Denker ein „Wuuderbar es" ein G«v^«<;?or<t nennt, wie das sich in Allem findet, was unserm Denken als Objecto res, von Außen her G egebenes, zugetragen wird. Dieses Wunderbare m allem Objectiven, möge es nun materieller, odtr geistige: Natur sein, ist eben das in ihm, was sich im reinen Denken Glicht auflösen läßt; was aller Anstrengung des Gedankens zum Trotze, wie ein weiterhin unzersetzbarer Kern, ein unauflöslicher Metall-Regulus zurückbleibt. In diesem gan; charakteristischen Sinne ist die mosaische Gottes- und Welt lehre wahrhaftig eine Lehre, eine, unserer Denkconstruction fremde, andersartige, nur erlernbare, nicht begreifbare Lehre. Unsere Vernunft kann sie nicht, wie die Gotteslehren des Heidenthums in sich formen und aus sich entwickeln: 5enn sie paßt nicht ganz in jene Form, die jene. pNosopbischen, selbstgeschasfenen Mythologien, jene Pantheismen des hohen Ostens, ». V. die Hindu- oder Parsilehren, aus sich selbst herausgebildet und geschaffen hat. — Dieser, allen andern als unser Denkcharakter, als fertiges Fabrikzeichen aufgedrückt, nämlich die logische Form von Satz, Gegensatz und Bindefatz, fehlt dieser ganz fremdartigen Welt- und Schöpfungslehre; ihr fehlt der allgemeine Typus originellen Menschenwerkes, die Form umgrenzter Sinnlichkeit und mithin die Form des Schönen; es hat an seiner Statt die wirklich transcendentale des Erhabenen, das über unsere Denkgräme hinausschreitende geistige O bj ect zum Inhalte. ' Wie wenig aber der Stamm, dem die Vorsehung den Beruf Träger dieser Lehre zu sein aufererlegt hat, den Schatz, dm e» hegte und in seinem Innern barg, erkennen und sich aneignen konnte^ das lehrt unS naiv und treu genüg die heilige Geschichte selbst. Diese ist nichts, als die Geschichte de? Arbeit des Welkgeistes, einen widerstrebenden und naturgemäß finnlich denkenden Menschenstamm durch unendliche Mühe und Roth ,u zwingen, dem ihm übertragenen Dienst zu leisten. Darum eben ist, «ie