Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1851)
- Date
- 1851-05-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Gott-sdienftliches. Meisten nur aus dem Gedächtnisse, aus der Gewohnheit — daher so aufrichtig euer Patriotismus ist, so aufrichtig und wahr sollte "sich allenthalben euer Gebet umgestalten! Und in der That! wir glauben, daß eS weit würdiger und der großen messianischen Zukunft entsprechender ist, wenn unsere Wünsche mit den Hoffnungen des Menschengeschlechtes einS und dieselben sind, als wenn wir auch in jener Zukunft noch etwas Besonderes für uns wünschen, die Abschließung auch in jene Zeit hineintragen, wo der Mensch im Menschen den Menschen^ d. h. das gleichberechtigte Kind des gemeinsamen Himmelsvaters erkennen und lieben wird. — Noch tiefer steht der Wunsch und das Gebet um Wiedereinführung des blutigen Opferdienstes. Das ist (vgl. die erste Pred. im ersten Hefte dieser Zeitschrist) eine überwundene Stufe, und vorwärts, nicht rückwärts führe die messianische Zeit. Der Opferdienst war eine Krücke sür den Menschengeist; da er nun gelerut hat, selbstständig seinen Weg zu gehen und im Gebete zu Gott zu gelange«, so hieße eS von ihm und von Gott unwürdig denken, wenn wir annehmen wollten, Gott würde in der messianischen Zeit den freien Aufschwung der Auvacht wieder tiefer stellen, als das Hülfsmittel der Opfer; er müsse wieder Blut haben, um versöhnt zu werden. — - . Theilen wir daher die messianischen Hoffnungen in zwei Theile! Scheiden wir die beiden letzteren aus, machen wir die beiden ersteren geltend, und unser Herz und unser Gebet wird voll Wahrheit sein vor dem wahrhaftigen Gott. So habe ich es in der zweiten Rabbiner-Versammlung (vgl. m. Vota in ten Protokollen ders.) ausgesprochen, und so spreche ich es, meiner Ueberzeugung gemäß, hiermit wiederholt öffentlich aus. Dennoch haben wir hier, stets versöhnlich, und stets mit einer Schonung verfahrend, welche von unseren Gegnern weter erkannt noch geübt wird, das Bestehende möglichst unangetastet gelassen, um das Band der Religionsgemeinde unsererseits nicht zu zerreissen. Wir haben daher in den Musafim die betreffenden Gebete, welche die Bitten um Wiederherstellung der blutiaen Opfer und um Zurückführung nach Palestina enthalten, in die stille Andacht verwiesen, der Ansicht Raum gewährend, es sei eine mangelhaftere Ordnung dieser Angelegenheit mit dem Frieden vorzuziehen einem durchgreifend ausgeführten Prinzipe, welches den Frieden stört. Nur an Neujahr- und Versöhnungstag — wovon das Nähere später —