Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1851)
- Date
- 1851-05-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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SotteSdieustliches. 3) daß Israel auS allen Theilen der Erde wieder nach Palestina gesammelt, und endlich, 4) daß N wieder in dem . veugegründeten Tempel stattfinden solle, wie in der Vorzeit. Rnn, die beiden ersten Hoffnungen kann nud soll daS jetzige Israel im Gebete geltend machen! Unser Herz ist tief von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die in dem Glauben au den einzigen und einigen Gott geeinigten und verbrüderten Völker dereinst, wenn die große Zeit wird erschienen sein, auch ein SußereS, sichtbares Zeichen ihrer durch Gott bewirkten Einheit stiften werden; es wird dieses ein großer, der Anbetung deS Einen WeltenvaterS gcweiheter Völkertempel sein, und dessen geheiligte Statte ist zu Jerusalem, wo der Osten und der Westen, die Vergangenheit und die Zukunft, wo die drei biblischen Religionen, geläutert zum reinen Gottes- und Menschenthume, sich die Bruderhand reichen werden. Daß dieses große Werk durch einen ausgezeichneten Mann, den die Zukunft bringt, wird gestiftet werden, ist so gewiß, als alle große Ereignissen der M^nschhei^-an erhabene Persönlichkeiten sich anreihen, in denen die Strömungen der Vergangenheit ausmünden, nnd aus denen die Quellen der Zukunft hervorgehen. Zn diesem Glauben liegt eben >o viel Innigkeit als Wahrheit; jene beiden Hoffnungen sollen daher in unserer Andacht ihren heiligen Ausdruck finden. — ------ Wie steht es aber mit den beiden letzteren? Wie viel Israeliten gibt es jetzt, die wirklich von ganzem Herzen wünschen, HauS und Hof, Gut und Geschäft, zu verlassen, um nach Palestina zu ziehen? bei wie vielen — die Hand auf's Herz! — ist dieser Wunsch Wahrheit, d. h. Ausdruck ihres gegenwärtigen Gefühls im Gebete? und wie läßt sich der heilige Wunsch, das aufrichtige Streben der Israeliten der Gegenwart, sich in das Vaterland und in Alles, waS eS froh unv schmerzlich bewegt und erregt, kinein zu leben, und darin eine göttliche Aufgabe zu finden, in wahrhaftigen Einklang bringen mit jenem MMche, den wir an jedem hohen Feste, an jedem Sabbathe, ja tagtäglich Gott im Gebete vortragen sollen, er möchte uns weg, weit weg von hier führen, um in einem anderen Lande unsere Pflicht zu üben? Gewiß, lieben Brüder, die Liebe zum Vaterlande, der Wunsch, daß es ihm wohlergehe, daß überall die Ketten gebrochen werden, wo sie noch auf Issels Schultern lasten, das kommt euch auS dem Herzen. Der Wunsch aber, nach Palestina geführt zu werden, kommt den