Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 4 (April 1851)
- Date
- 1851-04-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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8S Vou der Aufersteht!« g. nun die ganze E^de als ein Einzelwesen, so ist das Reich der Gesteine gleichsam ihr Knochenbau, Pflanzen- und Thiergestalten auf ihr sind wie Sehnen und Muskelfleisch, welche daS Knochengebäude der Erde umgeben, ihm die Schönheit der Formen verleihend — was fehlt diesen noch? „Geist ist noch nicht in ihnen!" (VN2?8 NN» Der Geist kommt nicht aus der Erde, er kommt als ein himmlischer Gast in die Erde. Ebenso wenn wir das Bild umkehren und den Menschen als die Erde im Kleinen betrachten, so ist sein Knochenbau gleichsam daS Felsgestein des Körpers; über ihm ziehen sich wie Pflanzengewebe die verschiedenen Gefäße hin, in denen das thierische Leben pulsirt — so weit gehört der Mensch der Erde an, ist er Gestein, Pflanze, Thier; in Dem aber, wodurch er Mensch wird, ragt er über die Erde weit Hinalls, und das ist der Geist, »der Antheil Gottes von oben" 7N^5 s^n Hiob 2!, 2). Deßhalb erzählt uns die Urgeschichte, daß Pflanzen und Thiere die Erde aus sich selbst entwickelte; dazu lagen die Keime in ihr; den Menschengeist aber brachte sie nicht aus sich hervor, Gott schuf ihn nach seiner geistigen Urform; Er blies dem Erdgebilde die lebendige Seele ein (I. B. M. 1, 27. 2, 7.), Leben aus Gott, wie es heißt: „ein Hauch des Allmächtigen belebt mich l'2"NN 'NN NVLN Hiob 33, 4.) Und was die Erde nicht gegeben hat, das kann die Erde auch nicht nehmen; wozu sie den Stoff nicht in sich fand, das kann dereinst in ihre Stoffe sich nicht auflösen. »Es kehrt der Staub zur Erde zurück, wie er geworden, doch der Geist kehrt heim zu Gott, der ihn gegeben." (Pred. l2, 7.) Der Tag, an welchem der Leib in Staub zusammensinkt, ist der Auferstehung 6 tag des Geistes zu einem neuen Lcbensfrühling. Der Menschengeist verklärt die Erde; so lieblich die Pflanze duftet, der Vogel singt, — was ist Beides gegen des Dichters Lied, das den Frühling verherrlicht, der stummen Erde Sprache verleiht? Durch den Menschengeist redet die Erde mit Gott, tritt sie mit ihrem Schöpfer und dem Weltall in geistige Verbindung, und die Seele, die Gott und die Welt in sich aufgenommen, kann nicht vernichtet werden.