Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 4 (April 1851)
- Date
- 1851-04-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die drei Worte. 75 wie religiösen Lebens? Trüb und traurig ist die Zeit; mit dunklen Fittigen überschatten uns die Feinde des Lichts; aber eine Zeit der Erlösung ist und bleibt sie dennoch, und heute an unserem Befreiungsfeste läßt sie drei Mahnrufe an uns ergehen; die lauten: ^. , - - - - - - - Hingebung! Hoffnung! Erinnerung! 7 Mit diesen drei Worten will uns heute die Religion über die Sturmfluth der Zeit erheben, daß wir Much, Trost und die Ueberzeugung gewinnen, unser Schicksal liege, wie das unserer Vorväter, sicher in der Hand einer weisen, ewigen Vorsehung! — Und diese drei Worte werden wir mit jenen drei Worten des Meisters Gamaliel in eine ganz natürliche Verbindung bringen. Die heil. Schrift nämlich spricht vom Pesachopfer, im 2 B. M. 12, 8, wie folgt: - TN? N^Z itzNN-Ntz! -Hztzy „Und genießen sollen sie das Fleisch ll^O^L bies-r Nacht, gebraten am Feuer V . .' nebst ungesäuertem Brode; mit bitteren .IN??^' fie genießen.- Das Pesachopfer nun sollte den Israeliten ein Sinnbild der Aufopferung, Hingebung sein. Seine Zukost aber war das ungesäuerte Brod, den Blick lenkend auf die Freiheit, die bevorstand, und dann die bitteren Kräuter, den Blick lenkend auf den Druck, der hinter ihnen lag. So lehren auch uns die drei Symbole oder Sinnbilder des heutigen Festes: unser Opfermuth für die Sache Gottes und derMenschheit in der Gegenwart erneuere sich heute durchden Gedanken sowohl an die bessere Zeit, die kommen wird, als an die schlimmere Zeit, die hinter uns liegt. Also: Hingebung, Hoffnung, ' Erinnerung! DaS sind die drei Mahnrufe der Zeit am heutigen Feste.— ------- 7»