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Der israelitische Volkslehrer · 1860-01-01 · Heft 1 (Januar 1860) · page 21

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 1 (Januar 1860)
Date
1860-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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IRI
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Verhandlung des grrßM Käthes ,c. 3i VerhaMungeu des großen Raihes und Senates über die Juden in Ensingen und Lengnau (im jetzigen ) , Kanton Aargau.) , Von Lehrer Dreifuß in Endingen (Schweiz). , 5 . Kortsetzung.) ' ' i t . Slrther: Ich trete also zum zweiten Male in den Kampfplatz für die Juden, für Menschenrecht. Ich will auch nicht lange aufhalten mit allgemeinen Grundsätzen, mit den ewigen Wahrheiten der Natur, die ihr nicht läugnen könnt, sondern gleich übergehen zu den Vorwürfen, die man auf diese Menschenrasse herabfchüttet. Man sagt: 1) Sie leben ewig von Wucher; — Wucher — was wuchert nicht in der Natur? Ist das Leben nicht selbst der größte Wucher? Muß es nicht wuchern, geizen mit dem Tod, wenn es sein soll? Ist es nicht ein ewiger Wucher und Kampf, mit der Zeit? Alles wuchert, alle Empfindungen wuchern in der lebendigen Natur und der Jude sollte mit seinem bischen Geld nicht wuchern? 2) „Aber dieser Wucher ist zu stark, er fordert 30 bis 40 pCt., den Studenten auf der Universität." — Warum geben sie ihm so viel? Und dann ist dies bei uns nicht der Fall. 3) „Die Juden sind meistens arm, wir haben genug Arme in unserem Lande und laden uns also eine neue Last auf." — So viel ich weiß, sind sie uns noch nie zur Last gefallen, wegen ihrer Armuth. Ihr betriebsamer Kopf schützt sie Hinlänglich davor; und fänden sich auch Arme, Hülfsbedürftige unter ihnen, wessen Herz wäre so hart, das ihnen nicht, von Menschenliebe Angetrieben, Unterstützung wollte zukommen lassen? 4) „Sie werden bald unsere Nationalgüter an sl^ch ziehen." — Wie ist das möglich, wenn sie arm sind, wie man sagt? Aber war es auch, wir wollen ihnen Dank wissen, wenn sie dieselben gut bezahlen! (Der Mann war vor 60 Iahren schon klüger, als die österreichische Staatöweisheit 6e «Zato l?ooeor6atil — Red.) 5) „Der Handel wird ganz in ihre Hände kommen." — In die Hände der armen Juden? schwerlich; aber gesetzt, dieses könnte der Fall werden, so wird es nur bei unseren Kaufleuten stehen, sie daran zu Verbindern, wenn ile so betrieb- Am, so fein, so klug, so spekulativ wie die Juden sein wollen. Es ik wahrlich nicht in unserem Vermögen, dem menschlichen Verstand die Flügel zu beschneiden; wenn einer feiner geschickter lft als der andere, so mag er's sein, und dm wohlverdienten Lohn vasur ernten; zudem wird dadurch die Industrie unserer Handels-

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