Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeichen det Gegenwärt. Bunde, habe ich noch einige Worteder Beruhigung und des Trostes zurück, die ich euch mkzutheileu gedenke. Schenkt nur ein geneigtes Gehör, und betrachtet es, als ein herzliches Wort, zu euch gesprochen, wenn ich jene beiden Herren, die Jesuiten in Paris und Rom, gegen die Angriffe ihres Anklägers, des H. Grafen v. Montalembert, unsere grimmigsten Feinde gegen den ihren, zu vertheidigen beschlossen habe. Es geschieht nicht eben aus einer karrikirten Feindesliebe, sondern aus reiner Liebe zur Gerechtigkeit, und um euch den tieferen Grund jeneS HasseS der beiden Feinde aufzudecken; denn sie sind eben sogerechtfertigt vor dem Richterstuhle des gerechten Richters, wie der „Ich mag nicht sagen"" es ist; auch sie handeln aus einem Principe, wie es ihnen von andersher geboten ist; auch sie können das: 5?osntMks/ — wir können nicht anders! — für sich geltend machen. Nicht sie, — ihr Princip, ihre Lehre hat es zu verantworten, sie sind nur die allzutreuen Diener des Wortes, das ihnen ihr Glaube in den Sinn und den Mund legt. . . ..^ Unsre Rede wendet sich nunmehr ganz gegen den Grafen Montalembert, den Verfasser des berühmten incriminirten Artikels im „Correspondant". Da werden wir es zeigen, wie glücklich er sich schätze« muß, daß ihm nur seitens der weltlichen Behörde der Prozeß gemacht und er nicht vor den höheren Gerichtshof, wegen begangener Untreue gegen seine Äirche, gezogen worden ist. Da wäre er so wohlfeilen Kaufes, mit eiller Lumperei von kurzer Einsperrun^^nd einigen^tausend Livres Buße, nicht davon gekommen! Da hätte er zu Kreuze kriechen, widerrufen und dennoch mindestens ein Paar Jahrtausende Fegefeuer zuerkannt bekommen, und hätte sich arm ausgeben und dennoch von Glück sagen können, wenn er durch endlose Seelenmessen seine Einkerkerung und Festungsstrafe unter Dieben und Mördern im Fegefeuer eine Kleinigkeit hätte abkürzen können! Was will dagegen die Strafe von einigen Monaten Zuchthaussagen? Fast nimmt mich die Langmuth dcr Priester, die doch sonst sehr kitzelich sind, Wunderl Ich erkläre mir's daraus, daß der Graf sonst ein Muster von Gläubigkeit, und ein Nachkomme jener Heiligen ist, die aus lauter Frömmigkeit und Gottesfurcht ihren eignen Urin trank, und also bei den hohen himmlischen Behörden hoch angeschrieben steht. Deßhalb, und zur Belohnung dafür, daß er in Frankreich durch Schrift den Ruhm seiner heiligen Ahnfrau verherrlichte, hat die hohe Kirchenbehörde ihm durch die Finger gesehen. Sonst begreife ich die Langmuth nicht, mit welcher sie die ketzerliche Humanität und den gemein rationalistischen Tadel der Metzeleien von Delhi, Cawnpore und der St. Bartholomausnacht hinnimmt -----