Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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praktWen AMendu^ heit erkennen, d. h. eS muß sich als em M Menschheit ^m^ wohnendes permanentes Gesetz proklamiren, das sich mit dem Nachweis in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu legitimiren hat. Nun tritt aber die Frage sehr ernsthaft an uns heran: kann unv darf eine geschichtliche Erscheinung. die sich primitiv nicht als Produkt einer Thätigkeit des MenschengeisteS, sondern als Ausfluß einer unmittelbaren göttlichen Veranstaltung weiß, wie eine geoffenbarte Religion, kann und darf eine solche Erscheinung als dem Principe einer historischen Fortbildung unterthan erfaßt werden? Muß man bei einer derartigen Erscheinung nicht alsbald die absolute und nicht die relative Wahrheit vermuthen? Aber, erwiedert man, die absolute Wahrheit ist in den Ideen, die relative in der Form, d. h. in der Art und Weise wie die Ideen in der Erscheinungswelt zum Ausdrucke, zur Verwirklichung kommen, zu suchen; hier sind wir aber an einem Punkte angelangt, der um so mehr einer Erörterung bedarf, weil er von großer Wichtigkeit für unsere Abhandlung erscheint. Fragen wir: was ist die Grundidee oder die wesentliche Bedeutung des Ceremonialgesetzes im Judenthume? So führt uns diese Frage von selbst zu einer andern, nämlich, was ist die Grundidee des Judenthums überhaupt? Wer die Bibel mit forschendem und prüfendem Zinne erfaßt, dem wird es klar, daß die Grundidee des Judenthums in der Erhaltung und Wahrung der Gottesidee in ihrer Einheit und Reinheit nebst den aus der Einheit Gottes fließenden praktischen Folgen wie z. B. die Verbrüderung des menschlichen Geschlechtes u. s. w. liege. Das Judenthum hat hiefür so lange zu streiten und zu leiden, bis die Worte 5>D ^v!) n N'M n."»N' MTV? sich in der eiviusirten Äußenwelt vollzogen haben, d. h. als Grundlage und Gipfelpunkt der menschlichen Cultur angesehen und anerkannt werden. Der erste Theil des erwähnten Verses hat sich mit dem Erscheinen des aus dem Schocße des Zudenthums als Culturmoment in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit hervorgewachsenen ChristenthnmS in Vollzug gefetzt, und die Aufgabe des Judenthums nach dem Bollzug jenes bedeutungsvollen Aktes liegt m