Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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14 , Das Prwtip^ der historischem Fortbildung in ftwtr ging, Rabbi Hänanja, der Sohn Therädions ihn zd besuchen; da sprach jener zu ihm: Hananja, mein Bruder, meiy Bruder! siehst du denn nicht ein, daß diese Nation (die Römer) durch Gottes Fügung herrsche? Sie hat sein HauS zerstört, - seinen Tempel verbrannt , seine Frommen erschlagen, ftiine Braven vernichtet und immer noch florirt sie! Ich aber Hab? von dir gehört, daß du sitzest und dich beschästigst mit der Lehre, (was von den Römern verpönt war) das Buch der Lehre liege in deinem Schooße?" u. s. v. . Rabbi Jose Ben Kisma wollte also in der geschichtlichen T hat fache des Sieges der Römer über die Juden eine göttliche Offenbarung erkennen, um damit auf religiösem Gebiete — mini! pov — von einem Beginnen abzumahnen und zurückzuhalten, das in jenen Tagen als ein höchst frommes, gottgefälliges, der Ausübung des Ceremonialgesetzes zleichkommendes — v^>O "MI min -mzbn — gegolten hat. Aber auch das Princip an mW für sich sowohl, als in seiner Anwendung auf praktisch religiösem Gebiete scheint uns schwach und wenig stichhaltig. Die Anschauung in den geschichtlichen Thatsachen göttliche Offenbarungen zu erkennen und daraus Argumente für streitende Principien herzuholen, erinnert an den bekannten Hegelischen Satz: Das geschichtlich Gewordene ist vernünftig. So wie aber mit jenem Satze alle Staatssormen von dem asiatischen Despotismus bis zur blutigsten Republik ihre Rechtfertigung finden, sobald sie ihr Dasein erkämpft haben, eben so könnten alle Religionsformen, scbald sie ihre geschichtlicheExistenz nachweifen, sich als gottliche Offenbarungen träumen und das Reich Jerobeam konnte nicht minder in feiner lange» geschichtlichen Existenz, im Besitze der religiösen Wahrheit sich wähnen als das Haus David. Eine momentane UnterbrechunK kann zu keiner Zeit als Gegenbeweis dienen; war doch auch das unterbrechende, zeitlich zur Herrfchaft gelangte Princip in gewissen und vielleicht noch längeren Zeiträumen geschichtlich nicht-vorhanden. Das Princip der historischen Fortbildung darf überhaupt seine Kraft nicht in äußerlichen Thatsqchea suchen, sondern eS muß sich als eine psychologische Wahr-